Abrahams Nachkommen und ihre Schriften

In einer umfassenden Ausstellung in der New York Public Library (NYPL) werden die drei Religionen: Judentum, Christentum und Islam in den Mittelpunkt gestellt. Unter dem Titel „Drei Religionen: Judentum, Christentum, Islam“ geht es bis zum 27. Februar 2011 in einer der führenden Bibliotheken der Vereinigten Staaten aber nicht so sehr um die Abgrenzung der einzelnen Strömungen, sondern in erster Linie um die verbindenden Elemente.

In einer umfassenden Ausstellung in der New York Public Library (NYPL) werden die drei Religionen: Judentum, Christentum und Islam in den Mittelpunkt gestellt. Unter dem Titel „Drei Religionen: Judentum, Christentum, Islam“ geht es bis zum 27. Februar 2011 in einer der führenden Bibliotheken der Vereinigten Staaten aber nicht so sehr um die Abgrenzung der einzelnen Strömungen, sondern in erster Linie um die verbindenden Elemente.

In einem weit gespannten Bogen, der sich über einen Bibelfund aus der Bretagne bis hin zu einer Lithographie des Emanu-El Tempels erstreckt und aufwendige, zeitgenössische Bücher koptischer Christen neben bescheidenen Evangelien-Drucken in Gebo aus dem 19. Jahrhundert zeigt, gehen die Macher den drei Weltreligionen auf den Grund. Eine Gutenberg-Bibel ist im Big Apple ebenso zu besichtigen wie der erste Koran in englischer Sprache aus dem Jahr 1649.

Im Fokus der Ausstellung stehen die Gemeinsamkeiten der drei Konfessionen. Sie beziehen sich alle auf Abraham, den „wandernden Hirten“ aus dem Nahen Osten, der den Kontrast zu den Glaubensrichtungen des Altertums mit ihrer Vielgötterei und dem Streben nach Macht und Einfluss sucht und jetzt den Glauben an einen einzigen Gott in den Vordergrund stellt. Auch der Offenbarungs-Gedanke durch gesandte Propheten ist sowohl Christen- und Judentum als auch dem Islam gemein. Die Konsequenz: das Menschliche und das Göttliche stehen sich hier gegenüber. Religiöse Feste finden nicht mehr auf einer göttlichen Burg, sondern in irdischen Gefilden statt. Die Religionsgeschichte wird vollständig Teil der menschlichen Historie. Und das Erzählen dieser Geschichte, zusammen mit all ihren Kommentaren und Umdeutungen, wird ein Teil der Religion.

So betrachtet steht die Ausstellung direkt im Bezug zur Aufarbeitung der Terroranschläge vom 11. September 2001. Schon damals tat sich eine selbstbewusste Ökumene hervor. Verständnis statt Angst , Aufklärung statt Vorurteile schaffen, das ist auch heute, zehn Jahre später, das Ziel – mit Hilfe von Quellen, die teils in das zweite Jahrhundert zurück reichen. Dabei werden die Verbreitungswege von Judentum,Islam und Christentum rekonstruiert. Es wird deutlich: Jede der drei Religionen hat massive Umdeutungen seiner Vorgänger vorgenommen. Die Folge war eine sich radikal verändernde Bedeutung und auch Auswirkung der jeweiligen Schriften. Den Anspruch, der Auftakt zu etwas noch Größerem zu sein, hatte nun jede der drei Religionen inne. Und jede von ihnen räumte seinen Gläubigen eine besondere Stellung darin ein. Die Auswirkungen waren nicht nur spiritueller Natur. Kriege, Missionierung, Gewalt – gestalteten fortan auch die Weltgeschichte. Ein Umstand, der sie über Jahrtausende miteinander verbindet. Und dazu eine Sichtweise, die heute dabei helfen sollte ihre verschiedenen Ausprägungen zu verstehen und einzuordnen.

Mehr unter: nytimes.com

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