„Deutsche und türkische Leistungsträger vernetzen“

Junge Führungskräfte aus Deutschland und der Türkei sollen sich vernetzen. Ein Vertreter der Europäischen Akademie Berlin erklärt im Interview, wer sich bewerben kann und wozu das Ganze führen soll.

Was kann man sich unter der „Likeminds – german-turkish junior expert initiative“ vorstellen?

Dr. Andrea Despot: „Likeminds – german-turkish junior expert initiative“ ist ein binationales Begegnungs- und Besuchsprogramm in Deutschland und der Türkei. Die Initiative will die Verbindungen zwischen deutschen und türkischen jungen Leistungsträgern stärken, sach- und themen-orientierten Austausch und Verständigung intensivieren und einen Beitrag zur fachlichen, wie persönlichen Vernetzung junger „high potentials“ leisten.

Die Teilnehmenden greifen aktuelle gesellschaftliche und politische Diskurse auf und setzen sich mit Fragen am Puls der Zeit auseinander. Das Programm besteht aus drei Komponenten: Einem parallel für deutsche und türkische Teilnehmer stattfindenden Vorbereitungsworkshop folgen zwei gemeinsame Tours d’Horizon in Deutschland und in der Türkei.

Wie ist die Idee dazu entstanden?

Die Idee stammt von der Robert Bosch Stiftung, die dieses Projekt auch fördert. Die Stiftung unterstützte schon in der Vergangenheit deutsch-türkische Projekte. Dieses Projekt trägt dem Rechnung und bringt gleichzteitig neue Elemente in die Projektarbeit zwischen den beiden Ländern ein. Die Europäische Akademie Berlin und das Istanbul Policy Center haben dann als Projektpartner der Idee Form und Gestalt gegeben und werden das konkrete Programm im Laufe des Jahres umsetzen.

Wieso streben Sie gerade eine Vernetzung zwischen Deutschland und der Türkei an?

Deutschland und die Türkei sind Partner. Das ist auf dem politischen Parkett so, aber auch im Hinblick auf ihre Wirtschafts- und Handelsbeziehungen. Darüber hinaus sind die beiden Länder auch mit einem nenennswerten Anteil ihrer Bevölkerungen miteinander verbunden.

Übergreifendes Thema soll „Außenpolitisches Handeln in einer vernetzten Welt“ sein. Wie könnte diese Vernetzung aussehen?

Dies ist das Thema des ersten Duchgangs dieses Programms. Wir rücken das außenpolitische Handeln der beiden Länder in den Fokus und wollen den veränderten Rahmenbedingungen Rechnung tragen. Die größten Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nicht mehr in nationalen Alleingängen lösen, sondern können nur im Verbund mit Partnern bewältigt werden. Durch Austausch und Begegnung sollen Verständigung über und Verständnis für die transnationalen Themenfelder und Lösungsansätze erreicht werden.

Wie können Nachwuchskräfte von Ihrem Programm profitieren?

Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, Interesse, Verständnis und Wertschätzung für das Partnerland zu erhöhen, vertiefte politische, kulturelle, gesellschaftsrelevante Kenntnisse voneinander zu vermitteln und die angehenden Entscheidungsträger in einen sachbezogenen, zivilgesellschaftlich ausgeformten Dialog zu bringen. Die ‚peers’ sollen – jeweils auf ein übergeordnetes Sachthema bezogen – unterschiedliche Sichtweisen austauschen, Schnittmengen ausloten oder auch Perspektivwechsel erfahren. Mittels der gemeinsamen Bearbeitung eines Sachthemas kann fachliche und persönliche Verbundenheit entstehen, die wiederum in ein berufsbezogenes Netzwerk der teilnehmenden Juniorexperten münden kann.

Wer kann sich für das Programm bewerben?

Konkret richtet sich das Programm an deutsche und türkische künftige Entscheidungsträger, Juniorexperten und Multiplikatoren aller gesellschaftlichen Bereiche, z.B. aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Journalismus, die über eine mindestens dreijährige Berufserfahrung verfügen. Sie sollten sich auf ihrem Feld durch besonderes Engagement und gerne auch im gesellschaftlich-sozialen Bereich auszeichnen.

Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2011. Anmeldeformular und weitere Informationen finden sich unter www.eab-berlin.eu.

Interview: Laura Räuber

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