Fremd: Integration heißt Teilhabe

Tuttlingen hat 17 Prozent Ausländeranteil. Die größte Gruppe bilden die Türken, gefolgt von den Italienern. Das sind die Zahlen. Die Fakten aber sind andere: Fremdheit macht vielen Angst. Und das führt zu Ausgrenzung. Das Ziel von Integration ist, diese Hemmschwelle zu überwinden. In zwei Jahren Integrationsbeirat „hat sich da sehr viel getan“, sagt die Tuttlinger Integrationsbeauftragte Petra Demmer.

Tuttlingen hat 17 Prozent Ausländeranteil. Die größte Gruppe bilden die Türken, gefolgt von den Italienern. Das sind die Zahlen. Die Fakten aber sind andere: Fremdheit macht vielen Angst. Und das führt zu Ausgrenzung. Das Ziel von Integration ist, diese Hemmschwelle zu überwinden. In zwei Jahren Integrationsbeirat „hat sich da sehr viel getan“, sagt die Tuttlinger Integrationsbeauftragte Petra Demmer.

Es gebe aber auch noch viel zu tun. „Was in Jahrzehnten versäumt worden ist, das kann man nicht auf einen Schlag nachholen“, so Demmer. Eine Vision von ihr ist, dass etwa die Moschee am Ende ein Gebäude für alle sein soll, „für Moslems ebenso wie für Konfirmanden“. Dass kulturelle Veranstaltungen ebenso selbstverständlich wie auch in Kirchen stattfinden. Dass Projekte zu Selbstläufern werden. „Und dass es normal ist, dass städtische Feste multikulturell sind.“ Oder kurz: „Einfach Frieden.“

Petra Demmer ist schon seit vielen Jahren in diesem Bereich tätig. Sie hat in Asylheimen gearbeitet, im Migrationsdienst. Oft betreute sie Einzelfälle. Am Anfang hatte auch sie Hemmschwellen, wenn sie an Fremde herantrat. „Die gibt es heute nicht mehr“, sagt sie, „ich habe mittlerweile auch privat sehr viele ausländische Freunde.“

Bei anderen sind die Barrieren noch da. Deswegen, sagt Demmer, „funktionieren hoch spezialisierte Projekte nicht.“ Man müsse niederschwellig ran. Heißt: Etwa bei Festen und Feiern Angebote machen. Menschen direkt einbinden. Mit einfachen Zielen. Aufbauarbeit leisten. Und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

Natürlich gebe es auch Fehlschläge, sagt Petra Demmer. Dann hieße es, nach den Ursachen zu suchen. Vielleicht war es noch zu früh. Vielleicht war die Zielgruppe die falsche. Und dann müsse man es neu probieren. Oder vielleicht auf später verschieben. „Das entscheiden wir im Einzelfall. Aber wenn es keine Fortschritte gäbe, könnte ich das hier nicht machen.“ Integration als Aufgabe, das sei für sie mehr als nur ein Job, sagt sie.

Problem: Sprache

Ein grundsätzliches Problem ist die Sprache. Nicht nur für die Älteren, auch für Kinder und Jugendliche. „An der Schule ist das oft kein Problem“, sagt Demmer. Da sprächen die Kinder Deutsch, verstünden sich gut. Und dann kehre der Nachwuchs wieder in die Familie zurück. In der werde teils nur die Muttersprache gesprochen. „Die Kinder sind zwischen zwei Welten hin- und hergerissen“, sagt Petra Demmer, „und manche finden dann ihren eigenen Weg nicht.“

Die Erfolge stellen sich schrittweise ein, sagt Petra Demmer. Wäre Integration in Tuttlingen ein 100-Meter-Lauf, „dann ist der Integrationsbeirat schon bei 50 Metern“, sagt sie zu den Fortschritten. Und: Immer mehr Menschen melden sich von sich aus, wollen mithelfen, so Demmer. „Und das oft auch außerhalb der Arbeitskreise oder des Integrationsbeirats.“

Solche Menschen seien wichtig. Sie seien Multiplikatoren, würden die Arbeit in Vereine und andere Gruppen hineintragen. „Da sind sie ja näher dran als ich“, sagt Petra Demmer. Denn der Kern der Integrationsarbeit sei es, Vertrauen zu schaffen. Deswegen sei gerade Nachhaltigkeit so wichtig. Das gelte auch für Nahziele. Wie beim Lernpatenprojekt in den Grundschulen. Oder beim multikulturellen Fußballturnier am 22. Januar. Wenn solche Projekte funktionierten, so Demmer, „ist wieder ein Schritt geschafft.“

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.