Mubarak könnte nach Deutschland ausreisen

Obwohl der Präsident sich den Forderungen des Volkes zurück zu treten weiterhin beharrlich verweigert, wird verhandelt, was mit ihm geschehen soll. Eine der Überlegungen ist die, ihn für ein medizinisches Check-up nach Deutschland auszufliegen. Außerdem tagt noch bis zum 6. Februar die Münchner Sicherheitskonferenz und auch hier ist Ägypten Thema Nummer 1.

Der neu ernannte Vize-Präsident, Omar Suleiman, und andere Vertreter des Militärs haben Schritte besprochen um die Machtposition Husin Mubaraks zu schwächen und ihn aus dem Präsidenten-Palast in Kairo zu entfernen. Allerdings wolle man ihn nicht überstürzt aus dem Amt entlassen, darin stimmten auch die USA mit überein. Ziel sei es vorerst, dass eine Übergangsregierung unter Omar Suleiman mit der Opposition verhandle und eine Verfassung schaffe um den Grundstein für einen demokratischen Wandel zu setzen.

Neben der Idee Mubarak zu seinem Zuhause im Badeort Scharm al-Scheich zu bringen gibt es auch die ihn zu einer verlängerten medizinischen Untersuchung nach Deutschland auszufliegen. Dies würde ihm einen würdevollen Abgang ermöglichen und dennoch die Situation entschärfen, weil so dem geforderten Rückzug Mubaraks nachgekommen würde.

Seit Beginn der Proteste waren Banken und Geschäfte in Ägypten geschlossen geblieben. Am Samstag hat sich Husni Mubarak, wohl auch um seine noch vorhandene Machtposition zu demonstrieren, in einem Palast fern von den Tumulten mit einigen Wirtschaftsköpfen zusammengesetzt. Dabei waren auch für Öl und Finanzen zuständige Minister. Das Gremium diskutierte die Krise, die das Land 3,9 Milliarden gekostet hat.

Am frühen Samstagmorgen hatte es eine große Explosion im nördlichen Sinai gegeben. Eine Pipeline, die natürliches Gas von Israel nach Jordanien transportiert hatte, war in die Luft geflogen. Eine Verbindung zwischen den Tumulten und der Explosion konnte bislang nicht hergestellt werden. Dennoch war in den Medien von einer Sabotage der Pipeline die Rede gewesen.

Mehr dazu unter: www.nytimes.com

Die Proteste gehen derweil weiter. Einem Ultimatum der Opposition zurückzutreten, das am Freitag geendet hatte, war Präsident Mubarak nicht nachgekommen. Die Lage scheint momentan wohl relativ ruhig zu sein, allerdings werden die Demonstranten nicht aufgeben, ehe der Präsident sein Amt niedergelegt hat. Auch Präsident Obama hatte ihn aufgefordert, auf sein Volk zu hören. Am Freitag war im Zuge der Unruhen ein Journalist seinen Verletzungen erlegen. Es handelt sich um den ersten toten Journalisten.

Die Ausgangssperre ist inzwischen gelockert worden, sie besteht zwischen 19 Uhr und 6 Uhr morgens.

Mehr dazu unter www.sueddeutsche.de

Unterdessen tagt in München die jährliche Sicherheitskonferenz im „Bayerischen Hof“. Bis zum Sonntag debattieren hier unter anderem US-Außenministerin Hillary Clinton, Bundeskanzlerin Angela Merkel, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und die EU-Außenbeauftrage Catherine Ashton.
Top-Thema sind auch hier die Unruhen in Ägypten. Eine Entscheidung muss getroffen werden, wie man die Demonstranten unterstützen und den Frieden sichern kann. Außenministerin Clinton berichtete dabei von einem Mordversuch an Vize-Präsident Suleiman. Ägyptische Sicherheitskräfte haben dies umgehend dementiert.
Angela Merkel äußerte, zu schnelle Wahlen seien nicht empfehlenswert, da sie ein Machtvakuum erzeugen könnten.
Hier geht es zur offiziellen Homepage mit Livestream.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.