Die Sprache des Fußballs verstehen alle

Als Rüdiger Heid in den 90er Jahren begann, in den Asylantenheimen erste Straßenfußballspiele zu organisieren, erkannte er das Potenzial dieser Sportart: „Fußball war das einzige, was sie kannten. Und gerade da, wo Sprachlosigkeit herrscht, ist der Fußball ein Medium, mit dem Verständigung möglich ist. Durch Gestik, Mimik, Körpersprache.“ Aus der Idee entstand die interkulturelle Münchner Straßenfußball-Liga „Bunt kickt gut!“.

In die Spiel- und Wettbewerbskultur werden dabei konsequent zentrale Wertkategorien eingebaut: Fairness, Toleranz, Partizipation, Gewaltfreiheit.“ Diese Werte würden insbesondere durch die Grundhaltung der Betreuer vermittelt, durch Anerkennung bei wertentsprechendem Handeln und Verhalten sowie durch Sanktionen bei einem Verstoß gegen die Spielregeln. Für das Fußballteam mit den meisten Nationalitäten gebe es am Ende jeder Saison einen Sonderpreis und tatsächlich würden sich viele Teams aus bis zu zehn verschiedenen Nationalitäten zusammensetzen.

Natürlich gebe es auch die typischen Problemfelder der Jugendarbeit. Die Zuverlässigkeit der Jugendlichen ließe oft zu wünschen übrig. Die Überwindung kulturbedingter Konflikte sei auch nicht immer einfach. Jedoch würden Probleme nie von den Erwachsenen allein besprochen und entschieden, sondern Lösungen grundsätzlich zusammen mit den Jugendlichen gesucht und in den meisten Fällen auch gefunden. Als nächstes soll das „Streetfootballwork“- Konzept, das es bereits in 15 Münchner Stadtteilen gibt, weiter ausgebaut werden. Außerdem sei in diesem Sommer – wie in den vergangenen Jahren – ein Trainingscamp für Kinder geplant, denen sonst kein Ferienangebot zur Verfügung steht.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.