Gaddafi-Sohn sieht Bürgerkrieg heraufziehen

Der Sohn des libyschen Staatschefs Gaddafi befürchtet, dass sein Land im Chaos versinkt. Islamisten und Oppositionelle versuchten, die Einheit des Landes zu zerstören, so Saif al-Islam. Er sieht einen Bürgerkrieg kommen.

Der Gaddafi-Sohn macht in seiner knapp 40 Minuten dauernden Rede im hiesigen Staatsfernsehen eine „ausländische Verschwörung“ gegen Libyen für die Ausschreitungen verantwortlich. Er stellte klar: „Libyen ist nicht Tunesien oder Ägypten.“ Die Streitkräfte stünden hier nach wie vor hinter seinem Vater.

Halten die Unruhen an, so befürchtet er, drohe das Land mit seinen zahlreichen Stämmen auseinander zu brechen. Er sieht eine „ausländische Verschwörung“ am Werk. Kriminelle könnten sich der Ölvorkommen bemächtigen, die Lebensmittelpreise könnten steigen und schließlich könnten fremde Mächte das Land wieder kolonialisieren.

Um dem vorzubeugen kündigte er bereits für die nächsten Tage Reformen an. Das Regime sei demnach bereit, einige Restriktionen aufzuheben und eine Diskussion über die Verfassung zu beginnen. Im Bezug auf das Vorgehen des Militärs während der Ausschreitungen räumte er Fehler ein.

Unterdessen ist die Zahl der Todesopfer auf nahezu 200 angestiegen. Und auch der Zusammenhalt innerhalb des libyschen Regimes beginnt offenbar zu bröckeln. So habe der ständige Vertreter Libyens bei der Arabischen Liga, Abdel Moneim al-Honi, am Sonntag seinen Posten niedergelegt und sich der «Revolution» in seinem Land angeschlossen. Am Montag folgte ein ranghoher Diplomat in China seinem Beispiel.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.