Gesicht zeigen! – Aktionswoche gegen Rassismus 14. – 27. März 2011

Rassismus ist kein abstraktes Phänomen. Er spielt sich nicht irgendwo weit weg ab. Rassismus und Ausgrenzung betreffen uns alle, hier und jetzt. Die Folgen von Globalisierung, Migrationsbewegungen und politischen Konflikten sind in unserer Gesellschaft spürbar. Damit müssen wir uns auseinander setzen, um einen Weg zu finden für ein friedliches Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft.

Über den Verein Gesicht zeigen! haben wir schon berichtet. Auch in diesem Jahr organisiert Gesicht Zeigen! zusammen mit dem Interkulturellen Rat die bundesweite Aktionswoche gegen Ras­sismus. Anlass ist der UN-Tag gegen Rassismus am 21. März, die Aktionswoche geht in diesem Jahr vom 14. bis 28. März.

Der Schwerpunkt in der Aktionswoche gegen Rassismus ist in diesem Jahr eine Filmreihe zu aktuellen Themen – Islam, Integration, Palästina-Konflikt u.v.m.

Fast alle Veranstaltungen sind kostenfrei und laden ein zum Nachdenken, Diskutieren und Hinterfragen.

Gesicht Zeigen lädt ein zu folgenden Veranstaltungen:

Internationale Filmreihe

Die internationale Filmreihe findet in der Ausstellung „7xjung – Dein Trainingsplatz für Zusammenhalt und Respekt“ statt.

S-Bahn-Bögen 416-422 am S-Bahnhof Bellevue, Flensburger Str. 3, Berlin – Tiergarten

Der Eintritt ist frei

Dienstag, 15. März um 19:30 Uhr

„Das Herz von Jenin“

Filmvorführung und Gespräch mit Regisseur Marcus Vetter

Es ist eine eigentlich unglaubliche, aber doch wahre Geschichte: ein kleiner palästinensischer Junge wird von israelischen Soldaten im Straßenkampf erschossen. Sein Vater entschließt sich, die Organe seines Sohnes zu spenden – an israelische Kinder. Eine Entscheidung, die mitten im Nahostkonflikt israelischen Kindern das Weiterleben ermöglicht. Und ein sehr persönliches Zeichen für den Frieden zwischen den Völkern.

Mittwoch den 16. März um 19:30 Uhr

„Neukölln Unlimited“

Filmvorführung und Gespräch mit Regisseur Dietmar Ratsch

Die Geschwister Hassan, Lial und Maradona leben seit frühester Kindheit in Berlin. Ihre Familie stammt aus dem Libanon und ist seit 16 Jahren von der Abschiebung bedroht. Kettenduldung – ein Leben auf gepackten Koffern. Doch die drei Geschwister nehmen ihr Schicksal in die Hand: Sie machen Kunst und wollen dadurch erreichen, dass sie in Deutschland bleiben können.

Donnerstag, 17. März um 19:30 Uhr

„Die Fremde“

Filmvorführung und Gespräch mit der Regisseurin Feo Aladag

Umay (Sibel Kekilli) flieht vor ihrem gewalttätigen Mann aus Istanbul zurück nach Berlin. Mit ihrem kleinen Sohn erhofft sie sich Unterstützung von ihrer Familie. Doch sie muss bald erkennen, dass diese zwischen tradierten Konventionen und Ehrvorstellungen und der Liebe zu ihr hin und her gerissen ist. Der Film behandelt auf höchst dramatische und subtile Weise den Kampf einer jungen deutsch-türkischen Mutter um ihre Selbstbestimmung in zwei Wertesystemen. Preisgekrönt, und fast zu den diesjährigen Oscars geschickt!

Montag, 21. März um 19:30 Uhr

„Shahada“

Filmvorführung und Gespräch mit Regisseur Burhan Qurbani

Drei junge Muslime in Berlin, deren Wege sich kreuzen. Alle drei geraten in Lebenskrisen, die ihr bisheriges Werte- und Glaubenssystem auf eine harte Probe stellen. Maryam, Tochter eines türkischen Imams, treibt ab. Ismail, ein türkischer Polizist und Familienvater, verkraftet einen Unfall mit seiner Dienstwaffe nicht und fühlt sich schuldig. Der junge Nigerianer Samir hat zunehmend Schwierigkeiten, mit seiner Homosexualität zu leben.

Freitag, 25. März um 19:30 Uhr

„Salami Aleikum“

Filmvorführung und Gespräch mit dem Hauptdarsteller Navid Akhavan– und anschließend Party!

Der schmächtige Deutsch-Iraner Mohsen wohnt mit Ende 20 noch immer bei seinen Eltern in Köln. Er soll in der Fleischerei des Vaters Schafe schlachten, kann aber kein Blut sehen und strickt lieber. Beim Versuch die elterliche Metzgerei zu retten, havariert er mit seinem Kleinlaster ausgerechnet in der tiefsten ostdeutschen Provinz: in einem verstaubten kleinen Dorf, dessen Bewohner alles Neue und Fremde nach 1989 misstrauisch beäugen. Ausländer werden dort gar nicht gern gesehen. Doch das ist Mohsen egal. Denn er findet seine Traumfrau: Ana, die Automechanikerin, groß, stark und blond. Eine wunderbare, bissige Multikulti-Satire, in der wirklich jeder sein Fett abkriegt und am Ende doch die Liebe siegt.

Lesung

Freitag den 18. März um 19:30 Uhr

„Das Manifest der Vielen“

Lesung und Diskussion mit Naika Foroutan, Hilal Sezgin, Hatice Akyün, Neco Celik, Deniz Utlu

Das “Manifest der Vielen“ ist Gegengift und Pflichtlektüre: Um sich nicht abzuschaffen, muss Deutschland sich neu erfinden! Dreißig profilierte Autorinnen und Autoren schreiben über ihr Leben in Deutschland, über Heimat und Identität, über ihr Muslim- oder Nicht Muslim-Sein anlässlich der Sarrazin-Debatte.

In der Ausstellung „7xjung – Dein Trainingsplatz für Zusammenhalt und Respekt“

S-Bahn-Bögen 416-422 am S-Bahnhof Bellevue, Flensburger Str. 3, Berlin – Tiergarten

Eintritt frei

Ausstellungen

Samstag den 19. März und Samstag den 26. März, 15:00 Uhr

Führung durch die Ausstellung „7xjung – Dein Trainingsplatz für Zusammenhalt und Respekt“

Die experimentelle Ausstellung von Gesicht Zeigen! behandelt Erfahrungen von Ausgrenzung, Antisemitismus und Diskriminierung — und sie zeigt, was man dagegen tun kann. Zugleich eröffnet sie neue Zugänge zum Nachdenken über die Zeit des Nationalsozialismus. Der Zugang zur Geschichte liegt dabei immer in der Gegenwart, in der eigenen Lebenswelt heutiger Jugendlicher. Fotos, Filme, Klangcollagen, Texte, Installationen und die hoch moderne technische Ausstattung ermöglichen eine spannende und aktive Auseinandersetzung mit den biografischen Episoden aus Geschichte und Gegenwart.

Täglich von 8:00 bis 22:00 Uhr

Unser Ausland – Filminstallation und Fotoausstellung

„Unser Ausland“ ist ein Filmprojekt, in dem zehn Berliner nicht-deutscher Herkunft mit ihrem speziellen Blick die Besonderheiten der Deutschen, ihrer Kultur und Lebensweise, beschreiben. Die zehn Experten laden das Publikum zu einer persönlichen Stadtführung ein. Jeder der 10-minütigen Kurzfilme widmet sich einem bestimmten Thema, bei dem die einzelnen Protagonisten selbstredend als qualifizierte Experten vorgestellt werden. Es ist nicht der Blickwinkel des „Fremden“, den wir in Unser Ausland erfahren, sondern der des urbanen Experten, des liebevollen Beobachters, des konzentrierten Forschers. Unser Ausland — das sind verblüffende Ansichten, detailverliebte Untersuchungen, überraschende Erkenntnisse. Eine meist amüsante, oft spielerische Annäherung an deutsche Eigenarten öffnet unseren Blick — für den Blick des Anderen. Die DVD ist englisch untertitelt.

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