Ägypten wieder online – Facebook muss aber warten

In Kairo und Alexandria scheint das Internet wieder freigegeben zu sein. Twitter und soziale Netzwerke wie facebook sind aber weiterhin gesperrt. Nachdem sich die Proteste in der vergangenen Woche immer stärker geworden waren, waren die Kommunikationsmöglichkeiten am Freitag stark eingeschränkt worden.

Nach den Massenprotesten vom Dienstag hat die ägyptische Regierung am Mittwoch den Zugang zum Internet wieder freigegeben. Sowohl das Festnetz als auch mobile Dienste seien in dem Land nun wieder verfügbar, erklärte Hassan Kabbani, Chef des Mobilfunkanbieters MobilNil gegenüber dem Weblog All Things Digital des Wall Street Journal. Mehr dazu unter www.heise.de

Twitter und soziale Netzwerke wie facebook sind aber offenbar weiterhin blockiert und können nur über Umwege genutzt werden.
Das wird durch den Suchmaschinen-Konzern Google ermöglicht, der einen Dienst eingerichtet hat, mit dem sich die Kommunikationssperre umgehen lässt. Twitterer in Ägypten können ihre Kurznachrichten per Telefonanruf absetzen. Die Botschaften werden von einem Spracherkennungsprogramm in Text umgewandelt und dann mit dem Schlagwort „egypt“ augenblicklich bei Twitter veröffentlicht. Über http://twitter.com/speak2tweet können diese Mitteilungen auch angehört werden.

Bei der Organisation von Protestaktionen spielten Twitter und Facebook eine wichtige Rolle. Nachdem die Netze abgeschaltet worden waren, funktionierte der Protest aber auch offline – auf der Straße. „Das hier ist jetzt unser Facebook!“ sagte am Dienstag ein Demonstrant zu der Massenkundgebung auf dem Tahrir-Platz in Kairo.

Facebook war auch schon von den Protesten in Tunesien betroffen gewesen:
Joe Sullivan, Chief Security Officer bei Facebook hatte Weihnachten 2010 Berichte aus Tunesien erhalten. Dort seien Facebook-Seiten gehackt und gelöscht worden, vor allem solche, die sich mit den aufkommenden Protesten befassten. Für YouTube gilt das in Tunesien schon seit Ende 2007, aber auch auf Facebook lassen sich Filme und Fotos hochladen und verteilen.

In Tunesien wurde das Social Network Ende 2010 zur Kommunikationsplattform der Proteste. Innerhalb von zwei Monaten melden sich über 300.000 Tunesier neu auf Facebook an – bei vier Millionen Menschen mit Netzzugang.

Der Skandal: Sullivan fand heraus, dass das Regime die Passwörter des gesamten Landes gestohlen hatte. Direkt auf den Servern der Internet-Provider war eine Software installiert, die Passwörter ausliest und weiterleitet. Sullivan und sein Team fanden daraufhin eine einfache aber geniale Lösung: Jeder Nutzer musste anhand von Bildern einige Freunde identifizieren. Die Übernahme eines Fremdaccounts wurde dadurch beinahe unmöglich.

Lesen Sie mehr dazu unter www.spiegel.de

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