2030 ist jeder vierte Mensch ein Muslim

Bis zum Jahr 2030 wird die muslimische Bevölkerung weltweit wahrscheinlich um 35 Prozent anwachsen. So lautet das Ergebnis einer Studie des US-Forschungsinstitutes "Pew Research Center". Derzeit leben rund 1,6 Milliarden Muslime auf der Welt, im Jahr 2030 sollen es 2,2 Milliarden sein.

In 20 Jahren wächst der Anteil der muslimischen Bevölkerung weltweit um 35 Prozent

Die Forscher sagen, dass die muslimische Bevölkerung in den kommenden zwei Jahrzehnten global doppelt so schnell anwächst wie die nicht-muslimische. Das Wachstum betrage bei den Muslimen 1,5 Prozent pro Jahr, und bei Nichtmuslimen 0,7 Prozent. Wenn dieses Wachstum anhalten werde, würden in 20 Jahren Muslime 26,4 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, die dann voraussichtlich aus 8,3 Milliarden Menschen besteht. Derzeit leben rund 6,9 Milliarden Menschen auf der Erde, und 23,4 Prozent davon sind Muslime.

Das schnellere Wachstum der muslimischen Bevölkerung führen die Experten auf die generell höhere Fertilitätsrate (Geburten pro Frau im gebärfähigen Alter) in der Bevölkerungsgruppe zurück. Zudem haben die verbesserten gesundheitlichen und ökonomischen Bedingungen in den mehrheitlich muslimischen Ländern zu einem starken Rückgang der Kindersterblichkeit geführt und die Lebenserwartungen ansteigen lassen. Darüber hinaus sind die Muslime eine sehr junge Bevölkerungsgruppe. 1990 betrug der Anteil der unter 30-Jährigen zwei Drittel. Zwischen 2010 und 2030 wird die Zahl der über 30-Jährigen von 40 auf 50 Prozent steigen. Da Nicht-Muslime mit dem gleichen Alterungsphänomen in ihrer Bevölkerung zu kämpfen haben, wird die muslimische Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten im Vergleich weiterhin jünger sein. Das Durchschnittsalter in den mehrheitlich muslimischen Ländern wird im Jahr 2030 auf 30 Jahre, in den nicht-muslimischen Ländern wird es auf 44 Jahre ansteigen.

Die meisten Muslime (60 Prozent) werden 2030 im Pazifischen Raum leben. In Europa dagegen werden Muslime weiterhin einen sehr geringen Anteil ausmachen, so die Forscher, doch auch dort wird ihr Anteil anwachsen. Die Zahl an Muslimen wird von derzeit 44,1 Millionen auf schätzungsweise 58,2 Millionen im Jahr 2030 anwachsen. Damit betrage ihr Anteil dann acht Prozent. In Deutschland leben derzeit etwa 4,1 Millionen Muslime (fünf Prozent der Gesamtbevölkerung). Im Jahr 2030 sollen es 5,5 Millionen sein (7,1 Prozent). Damit lebt in Deutschland die zweitgrößte Gruppe von Muslimen in Europa nach Frankreich. Aber prozentual an der Gesamtbevölkerung gesehen, liegen neben Frankreich noch die Niederlande, Belgien, Österreich und die Schweiz vor Deutschland.

In der Türkei zeichnet sich ein ganz anderes Bild ab. Das Land am Bosporus gehört zu den Ländern, in denen die Muslime die große Mehrheit der Bevölkerung ausmachen. Mit einem Anteil von 98,6 Prozent (74 Millionen) nimmt die Türkei im weltweiten Vergleich 2010 den achten Rang ein. 2030 werden es ebenso 98,6 Prozent sein, aber mit 89 Millionen Muslimen.

Trotz zahlreicher Programme für die Familienplanung hat die Nutzung der Geburtenkontrolle erst seit den Neunzigern stark zugenommen. Die Geburtenkontrolle ist heute legal und fast überall zugänglich. Als Folge ist die totale Fertilitätsrate wesentlich gesunken. Von 2010 bis 2015 werden 2,1 Kinder auf eine türkische Frau kommen, von 2030 bis 2035 werden es nur noch 1,9 Kinder pro Frau sein.

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