Ägypten: Die Türkei muss hier behutsam agieren

Die Staaten im Nahen Osten zeigen sich besorgt über die jüngsten Aufstände in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Auf der anderen Seite fordern diejenigen, die sich für einen Umsturz einsetzen, mehr Nachdrücklichkeit von der Türkei bei der Unterstützung des Wandels. Zu dieser Einschätzung gelangt Meliha Benli Altunışık, Professorin für Internationale Beziehungen, in Ankara.

Bereits am vergangenen Dienstag hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan den ägyptischen Präsident Hosni Mubarak aufgerodert, einem Übergang der Macht eher früher als später beginnen, um die Stabilität des Landes sicherzustellen. Da die Türkei oft als Modell für Demokratie in muslimischen Nationen gilt, sah Erdogan die Lösung der politischen Probleme auch in der Wahlurne.

Die Frage, warum Erdogan in Anbetracht der anhaltenden Proteste nicht nachhaltiger für einen Wandel eintrat, sieht die Wissenschaftlerin in den jüngsten Entwicklungen in Ägypten begründet. So wird der neue Generalsekretär, Hossam Badrawi, als Mitglied des liberalen Flügels angesehen. Sie betont auch, dass hier mit Blick auf die Türkei ganz klar zwischen den Erwartungen der Menschen und denen der poltischen Führer im Nahen Osten unterschieden werden müsse. Für Letzte würde die Einmischung der Türkei eine Menge Probleme nach sich ziehen. Die Demonstranten verlangten genau das Gegenteil.

Sie rät, dass hier künftig sehr behutsam vorgegangen werden müsse. Bezug nehmend auf die aktuellen Umfrageergebnisse der Türkischen Stiftung für Wirtschaftliche und Soziale Studien TESEV, wonach zwei Drittel der Befragten in der Türkei ein Modell für die Region und eine erfolgreiche Verbindung von Islam und Demokratie sehen, meint Meliha Benli Altunışık, dass die steigende Popularität der Türkei vor allem in ihrer Außenpolitik begründet liege. Dazu gehörten auch Ereignisse wie der Zwischenfall auf der Mavi Marmara im vergangenen Mai und die Verschlechterung der Beziehungen zu Israel.

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