Günter Grass setzt sich für Pinar Selek ein

Als „Skandal“ bezeichnet Grass die seit zwölf Jahren andauernde Verfolgung der Schriftstellerin Pinar Selek durch die türkischen Behörden. „Ein noch größerer Skandal ist aber, dass sie, die bereits zweimal in der derselben Sache freigesprochen wurde, nun, da das Höchste Gericht...

Als „Skandal“ bezeichnet Grass die seit zwölf Jahren andauernde Verfolgung der Schriftstellerin Pinar Selek durch die türkischen Behörden. „Ein noch größerer Skandal ist aber, dass sie, die bereits zweimal in der derselben Sache freigesprochen wurde, nun, da das Höchste Gericht der Türkei diese Freisprüche widerrufen hat, erneut vor einer Istanbuler Strafkammer erscheinen soll.“

Am Dienstag begann der Prozess in Istanbul. Doch die Beweislage sei dürftig. Mehrere Gutachten gingen von einer Gasexplosion aus, Anhaltspunkte für eine Bombe sehen sie hingegen nicht. Im Falle einer Verurteilung drohen Selek, die derzeit in Berlin lebt, bis zu 36 Jahre Isolationshaft. Sie wird beschuldigt, vor 13 Jahren auf dem Istanbuler Gewürzbasar eine Bombe gezündet und Kontakte zur verbotenen Partei PKK gepflegt zu haben. Die Schriftstellervereinigung PEN hat mit Grass‘ Appell nun auf den Fall aufmerksam gemacht. Es wurde von 6000 Menschen unterzeichnet, darunter Christa Wolf, Fatih Akin, Elfriede Jelinek und Martin Walser. Daneben haben sich 100 000 Menschen in der Türkei, auch Orhan Pamuk und Yasar Kemal, der Kampagne „Gerechtigkeit für Pinar Selek“ angeschlossen.

Wegen dieser Strafandrohung und des hohen Risikos einer erneuten Inhaftierung wird Selek nicht persönlich vor Gericht in der Türkei erscheinen. Nur im deutschen Exil, so heißt es, sei sie vorerst sicher vor einer Strafverfolgung.

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