Spannungen in Kairo steigen

Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hat in einer TV-Rede das Gegenteil eines Rücktritts verkündet: Er wolle in Ägypten bleiben, bis er stirbt. Unmittelbar nach der Rede kam es zu ersten Ausschreitungen, ein Twitterer sprach von einer "vulkanischen Bewegung" des Zorns.

Die Erwartungen der Demonstrierenden, der ägyptische Präsident Husni Mubarak werde in der heutigen Fernsehansprache seinen Rücktritt verkünden, erfüllten sich nicht. Mubarak äußerte erneut, er werde bis September im Amt bleiben.

Die Stimmung der Menschen, die Stunden zuvor auf dem Tahrir-Platz friedlich gefeiert hatten, ist nun von Enttäuschung in offene Ablehnung und eine zunehmend aggressive Stimmung umgeschlagen.

Vizepräsident Omar Suleiman, dem Mubarak zahlreiche Machtbefugnisse übertragen haben soll, forderte in einer Fernsehansprache die Demonstranten auf, nach Hause und an ihre Arbeit zurückzukehren, um die Produktivität des Landes zu steigern. Er warnte zugleich vor der Einflussnahme durch westliche Staaten und machte diese für die Unruhen verantwortlich: „Hört nicht darauf, was die Satelliten-Sender euch sagen.“

Ägypten erwartete den Rücktritt Mubaraks

Ein hochrangiges Mitglied der regierenden Partei Ägyptens, Hossan Badrawi, hatte zuvor noch erklärt, er erwarte nicht, dass Mubarak am Freitag noch Staatsoberhaupt des Landes sei. In Washington sagte CIA-Direktor Lion Panetta vor Abgeordneten, dass ein Rücktritt noch heute sehr wahrscheinlich sei. Präsident Obama hatte sich für Demokratie in Ägypten ausgesprochen.

Unterdessen scheint das Militär immer stärker die Kontrolle zu übernehmen. Die israelische Zeitung Haaretz berichtet, dass die Militärs im Hintergrnd die Fäden ziehen, und dass sie sich darauf vorbereiten, in den kommenden Wochen die „Königsmacher“ zu sein – wenn sie denn das Zepter nicht gar in der eigenen Hand behalten wollen.

Die Proteste gegen das seit 30 Jahren andauernde Regime dauern nun schon den 17. Tag an. Noch immer versammeln sich täglich Tausende, um offen zu zeigen, welche Hoffnungen und Erwartungen sie an die Regierung dieses Landes haben. Das Militär stellte inzwischen heraus, dass es „die berechtigten Forderungen der Menschen“ unterstützen werde.

Mehr unter: bbc.co.uk

http://www.youtube.com/watch?v=3OaF1g4palE

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