Tunesische Flüchtlinge überströmen Italien

Während Ägypten die ersten Tage des Umbruchs gerade hinter sich hat, ist die Entwicklung im nahen Tunesien schon einen Schritt weiter. Zu Tausenden verlassen die Menschen derzeit das Land in Richtung Italien - mit fatalen Folgen.

Einen Monat nach dem Umsturz in Tunesien schlägt der Süden Europas Alarm. Die politische Instabilität des Landes hat eine wahre Flutwelle an illegalen Einwanderern in Richtung Italien ausgelöst.

Allein über das vergangene Wochenende haben mehr als 3700 tunesische Flüchtlinge Häfen in Italien erreicht. Überwältigt von der Masse an Menschen, einige sprechen von über 5000, rief Ministerpräsident Silvio Berlusconi nun den „humaitären Notstand“ aus. Am Samstag war ein Mensch ertrunken.

Der derzeitige Exodus resultiert aus einem politischen Vakuum, das seit der Flucht des eheamligen Präsidenten Zine al-Abidine Ben Ali entstanden ist. Aus Sorge um Chaos und Arbeitslosigkeit machen sich immer mehr Tunesier in kleinen Fischerbooten auf den Weg in Richtung Europa. Mittlerweile steht die kleine Mittelmeer-Insel Lampedusa vor dem Kollaps. Die sanitären Einrichtungen sind überlastet. Lebensmittel werden knapp. Durch die Verlegung in das einst als Erste-Hilfe-Lager konzipierte Zentrum „Contrada d´Imbriacola“ konnte kaum Entspannung erreicht werden.

Um der Lage Herr zu werden, will die italienische Regierung jetzt Polizisten an der Küste Nordafrikas stationieren. Tunesien lehnt dieses Vorgehen jedoch kategorisch ab. Gegenüber dem Fernsehsehnder Al-Jazeera ließ der Sprecher der tunesischen Regierung, Taieb Baccouche verlauten, dass das tunesische Volk die Stationierung ausländischer Soldaten auf seinem Gebiet nicht toleriere. Allein die tunesischen Behörden hätten das Recht hier Kontrolle auszuüben.

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