Tahrir-Platz: Die Polizei droht mit Räumung

Drei Tage nach dem Rücktritt von Hosni Mubarak harren wieder einige Hundert Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo aus. Das Militär will jetzt eine Räumung des Ortes durchsetzen. Es drohen Festnahmen. Doch auch Polizisten demonstrieren.

„‚Comeon ppl!we hv a country 2 build ‚@ianinegypt:1000s of police protesters marching from Ministry of Interior towards Tahrir.#jan25 #egypt„, schreibt der Twitter-User AmanzM über die derzeitige Lage. Und Sharif Kouddous fügt hinzu, unter den Demonstranten seien immer lauter werdende „Polizei raus“-Sprechchöre zu hören. Sie sind seiner Meinung nach die Antwort auf die seit Sonntag vehement wiederholte Forderung der Beamten den Tahrir-Platz nun endgültig zu räumen. Zwar kam eine Vielzahl von Demonstranten der Forderung nach. Nun, da die Polizei selbst demonstriert, sind geschätzt 2000 unter ihnen wieder zurück.

Sowohl in Zivil als auch in Uniform sind die Beamten auf dem Tahrir-Platz erschienen, um ihrem Unmut ebenfalls Luft zu machen. Die anwesenden Bürger stehen dem Geschehen jedoch mit Skepsis gegenüber. Immerhin betrachten sie die Polizei als Ausführungsorgan des alten Machtapparats.

Augenzeugen zufolge umstellten zuvor Militärpolizisten und Soldaten die anwesenden Demonstranten. Jetzt habe sich ein Protestmarsch entwickelt. Tamer El-Ghobashy berichtet via den Microbloggingdienst, dass das Militär den Menschen zwar verbiete, sich in Gruppen auf dem Gelände aufzuhalten. Der Protest-Marsch werde jedoch ohne einzugreifen durchgewunken.

Im Live-Blog von Al Jazeera ist schließlich von einer Separierung der Demonstranten in Pro- und Anti-Polizei durch das Militär zu lesen.

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