ElBaradei: Ägypten braucht einen Generationswechsel

Vier Tage nach dem Rücktritt von Präsident Hosni Mubarak hat sich der ägyptische Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei für einen klaren Generationswechsel im Land ausgesprochen. Die Lage Ägyptens bezeichnet er als "fragil". Auf das Militär hat der ehemalige Diplomat derweil ein wachsames Auge gerichtet.

Ich hoffe, dass der Präsident zwischen 40 und Anfang 50 sein wird„, so der frühere Chef der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergie-Organisation gegenüber dem TV-Sender Al Jazeera. Selbst sieht er sich nicht im Präsidentenamt. Er werde sich nicht selbst als Präsident der Republik nominieren, erklärte der 68-Jährige. Ihm selbst gehe es auschließlich um einen guten Übergang hin zu einer funktionierenden Demokratie.

Anhänger ElBaradeis würden ihn gern an der Spitze eines neuen Ägyptens sehen. Mit seinen jetzigen Äußerungen bleibt er, so der Eindruck, aber dennoch im Spiel. Wohlwollend äußerte er sich auch hinsichtlich der Bestrebungen der Muslimbruderschaft. Sie hätten sich etwa um die medizinische Versorgung der Armen gekümmert. Eine Aufgabe, zu der die ehemalige Regierung nicht fähig gewesen sei. Wie hoch die tatsächliche Popularität der Gruppe innerhalb der Bevölkerung ist, darüber vermögen Analysten bisher jedoch keine genauen Angaben zu machen.

Die Armee muss umdenken

Unterdessen will Mohamed ElBaradei den Wechsel nun weiter streng beobachten. Die unmittelbarste Frage sei für ihn, wie die Armee den Übergang gestalten werde, um Ägypten zu einem demokratischen Staat zu machen. Bisher, so sagt er, ist er allerdings nicht zufrieden. Er fordert das Militär zu einem Umdenken auf. „Sie verstehen, dass die Menschen keine Junta anstelle eines Diktators wollen. Und sie haben der Jugend versichert, dass sie die Macht nicht an sich reißen wollen“, erklärt ElBaradei. Dennoch könne er das jetzige Handeln verstehen.

Während sich der Friedensnobelpreisträger um die Fortschritte in seiner Heimat sorgt, greift der Freiheitsdrang der Menschen weiter um sich. Wie die Facebook-Seite „We are all Khaled Said“ zusammenfasst, hat der „Tag des Zorns“ mittlerweile den Iran, Algerien, den Jemen und Bahrain erfasst. „Die Menschen haben gesprochen. Wir werden sie auf jede erdenkliche Weise unterstützen. Freiheit und Gerechtigkeit für alle.“

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