Gaddafi verliert allmählich die Kontrolle über Tripolis

Muammar al-Gaddafi scheint allmählich die Kontrolle über die Hauptstadt Tripolis zu verlieren, andere Städte befinden sich bereits in der Gewalt von Aufständischen. In Bengasi wurde eine Übergangsregierung gebildet. Personal aus der britischen und französischen Botschaft wurde aus Libyen abgezogen. Auch die Evakuierung von Zivilisten ist in vollem Gange.

Am späten Freitag war der Weltsicherheitsrat in New York zu einer Krisensitzung über das Blutvergießen in Libyen zusammengekommen. Die USA haben als erste Sanktionen gegen die libysche Führung verhängt. Libyens Ex-Justizminister Mustafa Mohammed Abud Ajleil hat in Bengasi, der zweitgrößten Stadt des Landes, eine Gegenregierung gebildet. Ajleil gibt Muammar Gaddafi die volle Verantwortung für die Verbrechen, die an der libyschen Bevölkerung begangen worden sind.

Das Botschaftspersonal Frankreichs und Großbritanniens ist aus Libyen abgezogen worden, die diplomatischen Vertretungen in Tripolis wurden vorübergehend geschlossen. Die französischen Interessen würden vorübergehend von der russischen Botschaft in Tripolis wahrgenommen, die britischen Interessen von der Türkei.

Am Samstag verloren die Regierungstruppen Berichten zufolge die Kontrolle über Teile der Hauptstadt Tripolis. Die Sicherheitskräfte hatten sich aus dem Arbeiterviertel Tadschura zurück gezogen. In der Nacht sei es zu Schüssen auf Demonstranten durch Anhänger Gaddafis gekommen. Tripolis gilt als letzte große Stadt in Libyen, die noch unter Kontrolle Gaddafis steht.

Die USA haben noch vor den Vereinten Nationen und der Europäischen Union Sanktionen gegen die libysche Führung verhängt. Präsident Barack Obama gab am Freitagabend in Washington an, die Strafmaßnahmen würden sich gegen das Regime von Staatschef Muammar al-Gaddafi, nicht gegen das libysche Volk richten. Das Vermögen der Führungsriege um Gaddafi soll nun eingefroren werden, auch das der Kinder des Staatschefs und aller Personen, die an Menschenrechtsverstößen gegen Regierungsgegner beteiligt waren. Die UN werden wohl noch am Samstag Strafmaßnahmen beschließen. Die EU verständigte sich auf ein Sanktionspaket.

Der italienische Ministerpräsident Silvion Berlusconi sagte aus, Gaddafi habe die Lage nicht mehr unter Kontrolle.

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Tausende von Menschen warteten am Samstag am Hafen und Flughafen von Tripolisdarauf Libyen verlassen zu können. Amerikaner und Europäer haben größtenteils das Land verlassen, auch Indien, China und die Türkei haben Evakuierungen begonnen. Doch Zehntausende von Leuten aus Bangladesh und andern asiatischen Ländern sitzen noch fest. Zwei britische Transportflugzeuge der Royal Air Force evakuierten 150 Zivilisten aus der libyschen Wüste.

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Am späten Freitag war der Weltsicherheitsrat in New York zu einer Krisensitzung über das Blutvergießen in Libyen zusammengekommen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die 15 Ratsmitglieder über die dramatische Entwicklung in Tripolis und anderen Städten des Landes informiert. Das UN-Gremium hatte sich daraufhin zu Beratungen über Sanktionen gegen Libyens Führung zurückgezogen.

Libyens UN-Botschafter Abdulraman Shalgham hatte sich an den Weltsicherheitsrat gewandt und um Sanktionen gegen Staatschef Muammar al-Gaddafi gebeten. Der Rat solle „echte Entscheidungen treffen, damit das Blutvergießen in unserem Land aufhört“, so der Botschafter.

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