Böhmer kritisiert Erdogan, aber nicht besonders heftig

Integrationsministerin Maria Böhmer glaubt, dass die Türken in Deutschland erst angekommen sind, wenn der türkische Staat sie losläßt. Die Mitteilung im Wortlaut.

Nach der Rede von Recep Tayyip Erdoğan in Düsseldorf hat Staatsministerin Maria Böhmer den türkischen Ministerpräsidenten kritisiert, wenngleich nicht allzu heftig: Türkischstämmigen Migranten müssten die Chancen für eine erfolgreiche Perspektive in Deutschland erhalten bleiben. Sie begründet ihre Arguemnte wie folgt:

„Wie lange ist ein Migrant ein Migrant? Diese Frage stellt sich gerade bei vielen Menschen mit türkischen Wurzeln, die zum Teil bereits in der dritten und vierten Generation in Deutschland leben. Diese sind hier geboren, aufgewachsen, viele von ihnen sind gut integriert und beruflich erfolgreich: Sie nutzen die Chancen, die unser Land bietet. Damit noch mehr von ihnen Ja zu Deutschland sagen können, ist es notwendig, dass sie der türkische Staat loslässt! Hier hätte ich von Ministerpräsident Erdogan ein deutliches Zeichen erwartet. Es geht darum, die türkischstämmigen Migranten in unserem Land vollständig ankommen zu lassen“, betonte Staatsministerin Böhmer.

„Eine erfolgreiche Integration ist nicht mit Assimilation gleichzusetzen! Das hat die Bundesregierung auch nie behauptet. Richtig ist, dass in unserem Land die deutsche Sprache Vorrang haben muss. Nur wer gut Deutsch kann, hat in unserem Land die Chance auf den Aufstieg. Ich begrüße es, dass auch Ministerpräsident Erdogan die Notwendigkeit des deutschen Spracherwerbs für türkischstämmige Migranten sieht. Zugleich haben wir stets betont, dass niemand seine kulturellen Wurzeln aufgeben muss. Es ist von großem Vorteil, in mehreren Sprachen zu Hause zu sein und über vielfältige kulturelle Erfahrungen zu verfügen. Diese Kenntnisse und Fähigkeiten werden von Arbeitgebern in Deutschland zunehmend genutzt“, erklärte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung.

„Um sich bei uns mit ganzer Kraft erfolgreich einbringen zu können, ist es notwendig, sich nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Herzen zu unserem Land zu bekennen. Dabei sollten die türkischstämmigen Migranten unterstützt werden – von der deutschen wie auch von der türkischen Seite“, so Böhmer.

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