Türkischstämmige Frauen auf dem Vormarsch

50 Jahre nach Zuwanderung stehen türkischstämmige Migrantinnen deutlich besser da als die erste Generation der Einwanderinnen. Aus Anlass des hundertsten Weltfrauentages betont die gesundheits- und frauenpolitische Sprecherin der Türkischen Gemeinde Deutschland, Dr. Elif Duygu Cındık, dass insgesamt eine positive Dynamik bezüglich Bildung und Selbstbestimmung insbesondere bei weiblichen Zuwanderern zu sehen ist.

So zeigt unter anderem eine Studie des BMFSFJ über die Lebenswelten der Migranten, dass in der Gesamtheit der identifizierten unterschiedlichen Milieus von Migranten besonders die zweite Generation der Migrantinnen aus der Türkei sich bei der Geschlechtergleichstellung adaptiert hat.

Eine Studie des BAMF über die Muslime in Deutschland zeigt darüber hinaus, dass die Angehörigen der zweiten Generation deutlich häufiger als ihre Elterngeneration das deutsche Schulsystem mit einem Schulabschluss verlassen. Insbesondere weibliche Muslime zeigen einen Bildungsaufstieg. Speziell die Gruppe der türkischstämmigen muslimischen Menschen in Deutschland hat mit 27,5% der zweiten Generation gegenüber 3% der ersten Generation eine erhebliche Verbesserung der Bildungsabschlüsse erreicht.

In der ersten Generation der Frauen (35-64 Jahre) hatten nur 35% sehr gute Deutschkenntnisse, wohingegen die zweite Generation der Frauen (15-34 Jahre) diese bereits auf 70% angestiegen ist. Dieser Anstieg wird vor allem deutlich, wenn man die Ausbildung geschlechterspezifisch vergleicht. Die türkischstämmigen Frauen sprechen in der Regel besser Deutsch und machen häufiger Abitur als die türkischstämmigen Männer.

Klischeehafte Darstellung durch die Medien

Leider werden insbesondere türkische Migrantinnen in der heutigen medialen Wahrnehmung stereotyp und klischeehaft dargestellt als abhängig, schwach, untergeordnet und handlungsunfähig. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass rund ein Drittel der türkischen Frauen über 18 Jahre berufstätig und somit finanziell selbständig sind und eine eigene Einkommensquelle haben.

Diese Sichtweise und Ausgrenzung und Diskriminierung muss ein Ende haben. Die Mehrheitsgesellschaft muss Migrantinnen als Teil der Gesellschaft anerkennen und Probleme wie z.B. Gewalt in häuslicher Umgebung oder Zwangsheiraten o.ä. als ein gemeinsames gesamtgesellschaftliches Problem definieren.

„Es ist wichtig, betroffene Frauen im Sinne eines Empowerments in die Lage zu versetzen, sich selbst aktiv für ihr Belange einzusetzen“, erklärte Dr. Cındık.

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