Kein "ehrenhafter" Rückzug für Gaddafi

In der Nacht auf Dienstag hat der Nationalrat der Aufständischen in Benghazi das Angebot von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi zu Gesprächen abgelehnt. Das berichtet Al Jazeera. Es habe einen "ehrenhaften" Rückzug des "Revolutionsführers" vorgesehen. Das libysche Staatsfernsehen dementiert.

Angeblich soll Gaddafi seinen Premier Jadallah Azzouz Talhi zu einem Treffen mit den Rebellen entsandt haben. Der Machthaber habe, so soll unter anderem die arabische Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ schreiben, vorgeschlagen mit seiner Familie ins Exil zu gehen. Bedingung für diesen Schritt sei aber die Mitnahme des gesamten Vermögens gewesen. Daneben sei es um Sicherheitsgarantien und die Verschonung vor einem Gerichtsverfahren gegangen. Im Anschluss sollte die Macht an einen Volksausschuss übergeben werden.

Ex-Justizminister Mustafa Abdel Jalil, der dem von den Aufständischen gegründeten Nationalrat vorsitzt, erklärte jedoch bereits zuvor: Er habe keinen Kontakt zu Gaddafi und es gebe diesbezüglich auch keine Verhandlungen. Das libysche Staatsfernsehen hat die Medienberichte am frühen Dienstagmorgen dementiert.

Werden die USA demnächst militärisch Eingreifen?

Unterdessen werden die Pläne für eine Flugverbotszone immer dichter. Vor allem Großbritannien und Frankreich bemühen sich um ein Mandat der Vereinten Nationen. Auch NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach sich für ein solches Vorgehen aus.

Die USA denken derweil immer noch über ein militärisches Eingreifen nach. Aus dem Weißen Haus heißt es, man habe für Präsident Barack Obama einige Optionen vorbereitet. Die sechs verbündeten Golfstaaten haben das Töten der Gaddafi-Anhänger mittlerweile als „Massaker“ und Verletzung der Menschenrechte verurteilt. An die USA gerichtete Forderungen der Gaddafi-Gegner nach Waffenlieferungen wurde vorerst eine Absage erteilt.

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