Islamkritiker mobilisieren Emotionen

"Die ganze Gutmenschen-Propaganda geht einfach nicht mehr auf", sagt Patrick Bahners. Im Interview mit Eren Güvercin ("grenzgängerbeatz") versucht der Feuilletonchef der FAZ und Autor des aktuellen Buches "Die Panikmacher" der Ursache für die Bewegung der Islamkritiker und ihren Charakteristika auf den Grund zu gehen.

„Mir erscheint es, dass mit der Islamkritik sehr stark Emotionen mobilisiert werden können“, versucht Bahners die Popoluarität der Muslim-Schelte zu ergründen. So läge ihr ein großes Misstrauen gegenüber dem politischen System, aber auch gegenüber den Eliten zu Grunde.

Hinzu kommen Verschwörungsvorstellungen, die den Verdacht hervorrufen würden, „dass man übers Ohr gehauen wird“. Mit großer Passion würde hier diskutiert werden. Angesprochen werde jedoch vor allem die Leidenschaft, weniger die Fakten.

Ob Ausländerfeindlichkeit oder Abneigung eine Rolle spielt, das mag Bahners so nicht sagen. Er erklärt: „Ich glaube nicht, dass es eine einheitliche Gesinnung gibt.“ Auch bei den Autoren, mit denen er sich beschäftigt habe, hätte es ideologische Motive oder auch zum Teil persönliche Beweggründe gegeben, die man gar nicht auf einen Nenner bringen könne. „Was mir nur wichtig scheint, ist, dass die größere Öffentlichkeit manchmal die Intensität dieser jeweiligen Beweggründe eben unterschätzt.“

Wie groß der Einfluss von Autoren wie Kelek, Broder und Raddatz wirklich ist, das sei seiner Meinung nach schwer einzuschätzen. Mit einem „Gegennetzwerk“ rechne er derzeit allerdings nicht.

Das komplette Interview hier.

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