Die Kirchen blicken auf die Muslime

Die christlichen Kirchen und die Muslime: Die Katholiken wollen "Wandel durch Annäherung", die Protestanten warten erst mal auf die Ankunft des Islam in Deutschland.

Der Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke mahnte zum Dialog mit den Muslimen in Deutschland und warnte vor verbaler Schärfe. „Ich kann nur sagen, Vorsicht vor Reizworten, ob aus dem Mund deutscher Politiker bei ihrem Amtsantritt oder aus dem des Ministerpräsidenten der Türkei, der als Gast nach Deutschland kommt“, sagte der Weihbischof. „Wir brauchen gerade heute einen ‚Wandel durch Annäherung‘; Konfrontationen zerstören alles.“ Jaschke ist bei der Deutschen Bischofskonferenz für den interreligiösen Dialog zuständig.

„Schlagworte schaffen Stimmung, verderben jedes vernünftige Gespräch und stören ein friedliches Zusammenleben“, mahnte der Bischof. Natürlich gehörten die Muslime zu Deutschland. „Sie sind Bürger Deutschlands, prägen unser Land und müssen Verantwortung übernehmen“, betonte er. Deutschland habe wie ganz Europa seine eigenen, vom Christentum bestimmten Traditionen, und Christen träten besonders für sie ein. Jaschke: „Ich erwarte mir Respekt von allen, auch von den Muslimen“. Das Wort von einer Leitkultur sei jedoch unglücklich und verderbe jeden Dialog und Prozess zu guten Lösungen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, sagte in einem Zeitungsinterview, er halte an dem fest, was er seinerzeit zur Rede von Bundespräsident Christian Wulff gesagt habe: „Durch den Glauben der Muslime in Deutschland ist auch der Islam da. Aber als organisierte Religion, als gesprächsfähiger Partner ist der Islam noch sehr am Anfang. Da muss er in der Tat noch richtig ankommen.“

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