Kernschmelze im AKW Fukushima

Einen Tag nach der Tsunami-Katastrophe steht Japan offenbar der nächste Super-Gau bevor. Ob nun eine Kernschmelze vorliegt, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Auf twitter gehen sekündlich Meldungen ein. Umweltminister Röttgen nimmt an, dass es bereits zu einer Kernschmelze gekommen ist, die japanische Regierung weist aber derartige Berichte zurück.

http://www.youtube.com/watch?v=tNPKcjEpFbk

ARD-Korrespondent Robert Hetkämper hat sich demnach aus Tokyo mit der verheerenden Nachrichten gemeldet (hier geht es zum Video der Tagesschau). Im Sekundentakt rauschen nun entsprechende Meldungen über den Microbloggingdienst Twitter.

Aktuell ist die Nachrichtenlage teilweise widersprüchlich. Noch habe die Regierung die Kernschmelze nicht offiziell bestätigt.

Behörden würden derzeit entsprechende Untersuchungen anstellen. Die Atomaufsichtsbehörde stellte zuvor heraus, dass selbst im Falle einer Kernschmelze für Menschen außerhalb eines Radius von zehn Kilometern keine Gefahr ausgehe. Die meisten der 51.000 Einwohner in diesem Umkreis seien bereits evakuiert worden. Später wurde der Evakuierungsradius auf 20 Kilometer ausgedehnt.

Insgesamt machen die Japaner nach der Erdbeben-Katastrophe einen vorbereiteten Eindruck. Wie Al Jazeera berichtet, würden die Menschen dort seit vielen Jahrzehnten auf solche Ereignisse trainieren. Jetzt hat sich die Situation jedoch verschärft. Bundesumweltminister Norbert Röttgen sieht für die Bundesrepublik jedoch keine Gefahr: „Wir gehen davon aus, dass eine Gefährdung Deutschlands praktisch ausgeschlossen werden kann“, so Röttgen beim Parteitag der NRW-CDU in Siegen.

Für 18.45 Uhr ist ein öffentliches Statement von Bundeskanzlerin Angela Merkel geplant. Merkel gab an, sie stehe in Kontakt zur japanischen Regierung. Katastrophen-Spezialisten seien auf dem Weg. „Wir denken an die Menschen und die Opfer in Japan“. Umweltminister Röttgen geht davon aus, dass es in Fukushima zu einer Kernschmelze gekommen ist. „Anhand der uns vorliegenden Informationen neigen wir dazu, dass dort eine Kernschmelze im Gange ist“. Die japanische Regierung weist Berichte über eine Kernschmelze weiterhin zurück: Bei der Explosion in Fukushima sei nur der Betonmantel, aber nicht die Stahlhülle um den Reaktor beschädigt worden.

Der japanische Regierungssprecher Yukio Edano sagte der nach dem Ausfall des Kühlsystems zuletzt stark angestiegene Druck im Reaktor nehme wieder ab. Die Evakuierung der Landstriche rund um die Anlage sei eine Vorsichtsmaßnahme und nicht wegen besonderer Gefahren erfolgt.

Ein Nachbeben mit einer Stärke zwischen 4,8 und 6,0 erschütterte den Nordosten Japans. Die US-Wissenschaftsbehörde United States Geological Survey hat seit dem verheerenden Erdstoß der Stärke 8,9 über 150 schwächere Nachbeben registriert – davon 25 Beben ab der Stärke 6.

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