Spaltung in der türkischen Gemeinde in Berlin

Große Unruhe in der Berliner Türkischen Gemeinde. Auf Druck einzelner Organisationen wurde ein "Zentralrat der Türken" in Berlin gegründet. Gründer Taciddin Yatkin sieht die Interessen der türkischen Migranten bislang nicht ausreichend vertreten.

Der ehemalige Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Berlin (TGB), Taciddin Yatkin, teilte mit, dass er auf Wunsch von verschiedenen türkischen Fraktionen und Verbänden gemeinsam mit seinen Freunden gegründet habe. Die neue Organisation nennt sich „Zentralrats der Türken in Deutschland“, mit Sitz Berlin.

Yatkin in der Begründung, wie es zum Bruch kam: „Wir haben beobachten können, dass die Interessen der Migranten mit türkischem Hintergrund nicht ausreichend vertreten wurden. Wir haben festgestellt, dass viele Bemühungen scheiterten. Wir leben nun seit 50 Jahren hier in Deutschland. Aber einige unserer Landsleute können einfach so, weil sie arbeitslos sind und finanzielle Unterstützung von Staat erhalten, abgeschoben werden, weil ihr Aufenthalt in Deutschland nicht mehr verlängert wird. Familienzusammenführungen werden verhindert, weil die Voraussetzungen eines Visums Deutschkenntnisse sind. Unsere Kinder werden in den deutschen Schulen benachteiligt. Leider gibt es keinen Verein, keine Gemeinde, die gegen diese Ungerechtigkeiten ankämpft. Um diesen Problemen entgegenzutreten, haben wir den Zentralrat der Türken in Deutschland gegründet.“ (ha-ber.com)

Bekir Yilmaz, der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde zu Berlin, kritisierte die Gründung des Zentralrats mit scharfen Worten. Er sagte, es bestehe nicht das Bedürfnis nach einem Zentralrat, der die Interessen der türkischen Gemeinde in Deutschland vertritt. Yilmaz ist der Meinung, dass eigenes Profitstreben dahinter steht.

Der Sekretär des türkischen Botschafters, Iskender Okyay, deutete in seiner Rede am Mittwoch auf die steigende Anzahl der Vereine in Deutschland. Er wies darauf hin, dass sich mit der Quantität aber auch die Qualität sich verbessern müsse. Ferner bedauerte er die Unstimmigkeiten und Streitigkeiten zwischen den unterschiedlichen türkischen Verbänden. Solche Kontroversen würden nur dem Image der Verbände schaden.

Des Weiteren fügte er hinzu, dass die türkische Gemeinde schon seit einem halben Jahrhundert in Deutschland lebt und ihren sozialen und finanziellen Beitrag leistet: „Im Gegensatz zu dem negativen Bild, welches in den Medien vermittelt wird, hat sich die Mehrzahl der türkischen Migranten in die deutsche Gesellschaft integriert, achtet das deutsche Rechtssystem, hat die deutsche Sprache gelernt, die Nachteile überwunden und ist erfolgreich geworden.“ („Hürriyet„)

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