Az Zawiya von Gaddafis Anhängern abgeriegelt

Das Ringen um Az Zawiya geht weiter. Nach schweren Gefechten mit bis zum 50 Toten am Freitag, sind am Samstagmorgen zunächst Panzer in die Stadt vorgedrungen. Nun sollen heftige Kämpfe ausgebrochen sein. Die Stadt ist mittlerweile eingekreist.

Ein Bewohner Az Zawiyas berichtet der BBC, dass Kämpfer in der von der Opposition eingenommenen Stadt unter Artilleriebeschuss geraten seien. Die Panzer der Gaddafi-Anhänger seien unterdessen zurückgedrängt worden.

Ein Arzt vor Ort erklärt um 10 Uhr MEZ gegenüber Al Jazeera:

„Ich bin in der Mitte des ‚Martyrs‘ Square‘. Eine große Anzahl von Menschen haben sich im Zentrum versammelt, nachdem es ihnen gelungen war Gaddafis Truppen zurück zu drängen, die Panzer wurden aus der Stadt gedrängt.

Es waren eine ganze Reihe von Panzern da – die Sicherheitskräfte von Gaddafi kamen mit gepanzerten Fahrzeugen und Panzern und Lastwagen, beladen mit Waffen, in die Stadt. Wir schafften es zwei Panzer einzunehmen, und eine Reihe von militärischen Fahrzeugen.

Ich lebe in einer der wichtigsten Straßen der Stadt, aber ich konnte das Haus nicht verlassen, weil eine große Anzahl von Gaddafis Sicherheitskräften auf alle schossen, die herauskamen.

Ich konnte nicht ins Krankenhaus gehen. Doch als unsere mutigen Kämpfer sie zurückdrängten, konnte ich auf den Platz gelangen und Erste Hilfe leisten.“

Es gibt inzwischen 150 bis 250 Verletzte.

In diesem Augenblick gibt es keine Sicherheitskräfte in der Stadt, sie wurden alle aus der Stadt gedrängt. Die Revolutionäre haben die Kontrolle übernommen haben und sie raus gejagt.

Es gibt Nachrichten, dass sich die Sicherheitskräfte sammeln und Vorbereitung für einen weiteren Angriff treffen. Die Revolutionäre sind auch mitten in den Vorbereitungen für einen weiteren Angriff. Rund 10.000 Rebellen sind für den Angriff vorbereitet, und sie sind alle glücklich über das, was bisher erreicht wurde.“

Seit Freitag wurden hier und in anderen Städten schwere Verluste gemeldet. Dutzende Menschen seien zudem bei einem Angriff auf ein Waffenlager in Benghazi getötet und verletzt worden.

Machthaber Muammar al-Gaddafi bläst nun offenbar auch zur diplomatischen Attacke, heißt es bei der BBC weiter. So habe er einen neuen UN-Botschafter ernannt. Noch sei allerdings nicht klar, ob Ali Abdussalam Treki ein Visum erhalte, um nach New York zu reisen.

Der Politikwissenschaftler Zbigniew Brzezinski betont nun, dass die USA eine aktivere Rolle in Libyen einnehmen sollten:

Am Samstagmittag gibt es neue Nachrichten. Die Truppen des Regimes hätten Az Zawiya mittlerweile eingekreist. Mithilfe von Checkpoints würden die Einheiten die umkämpfte Stadt im Westen Libyens abriegeln. „Der Zugang zum Zentrum ist vollständig blockiert“, berichtet ein Augenzeuge.

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