Spaß-Demonstration für Guttenberg in Berlin

Die Facebook Gruppe "Wir wollen Guttenberg zurück" hatte zu deutschlandweiten Demonstrationen aufgerufen, um gegen den Rücktritt des Ex-Verteidigungsministers zu protestieren. Doch nur wenige Fans gingen am Samstag wirklich auf die Straße - und nicht alle meinten es ernst. Für wahre Gegner gibt es nun eine Applikation, die dabei hilft Fans unter den eigenen Facebookfreunden zu entdecken und sich ihrer zu entledigen.

So hatten die Guttenberg-Fans sich das wohl nicht vorgestellt. In Gruppen wie „Wir wollen Guttenberg zurück“ bei Facebook war zu Demonstrationen in ganz Deutschland aufgerufen worden. Doch statt der angekündigten Großdemo, die Samstag um 13 Uhr in verschiedenen Städten geplant war, trafen die Journalisten am Samstag in Berlin nur einen kleinen Haufen Demonstranten an, die den Ruf nach dem Rücktritt vom Rücktritt nicht ganz so ernst nahmen. Am Brandenburger Tor hielten sie Schilder in die Luft mit Parolen wie „Wir sind die Gutten“,  „KT – Schwert und Schild der BRD“ oder auch „Guttenberg muss Kaiser werden.“ Auch der Journalist und Buchautor Henryk M. Broder war unter den Demonstranten.

Etwas ernster nahm man die Sache in Köln. Wahre Fans des ehemaligen Verteidigungsminister fanden sich zum verabredeten Zeitpunkt an der Domplatte zusammen. Allerdings brachten sie es gerade mal auf rund 50 Teilnehmer, statt auf mehrere hundert, wie es die Facebook-Gruppe hätte erwarten lassen. Es besteht wohl doch ein Unterschied zwischen dem Klicken auf einen „Gefällt mir“ Button und der echten Präsenz auf der Straße.

„KT, Du bist okay!“ hieß es in München. Zwar gab es auch hier einige Spötter, die mit Schildern eine sofortige Heiligsprechung zu Guttenbergs forderten, aber immerhin brachte es die Demonstration auf ungefähr 300 echte Fans. Die meisten Leute versammelten sich aber – wie könnte es anders sein – in Guttenberg. In der oberfränkischen Heimat des Ex-Verteidigungsministers kamen 2000 Demonstranten zusammen, auch sein Vater war darunter.

Insgesamt war die Beteiligung an den Demonstrationen, die zuvor groß über Facebook angekündigt worden waren also gering, die Anhänger dürften enttäuscht sein. Die Gruppe „Wir wollen Guttenberg zurück“ wächst aber weiter. Bei 579,391 Fans (Stand 00:27 Uhr) dürfte bald jeder Facebook-Nutzer Leute in seiner Freundesliste haben, die Mitglieder sind.

Passend dazu wurde nun eine Facebook-Applikation entwickelt, die Abhilfe verspricht, glaubt man diesem Bericht. „NoGuttFriends“ wirbt damit, automatisch alle Bekannten aus der Freundesliste zu erkennen, die sich Facebook-Gruppen angeschlossen haben, die den ehemaligen Verteidigungsminister unterstützen oder gar seine Rückkehr fordern. Anschließend könne man diese Freunde löschen. Regelmäßige Updates, sobald neue Guttenberg-Unterstützergruppen auf Facebook auftauchen, seien geplant.
Der Nutzer könne zwischen folgenden Abschiedsformeln wählen, heißt es in der Beschreibung:

1. „Ich hoffe, du weißt warum.“
2. „In Afghanistan sterben Soldaten und du betreibst Personenkult? Du machst mich krank!“
3. „Ich war immer bereit für unsere Freundschaft zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.“

Die Homepage der Applikation gibt an „Schon über 20127 Freunde als Guttenberg-Fans enttarnt!“ Eine gute Quote, wenn sie denn stimmt. Der Selbsttest zeigt schließlich: „Oh, nein! Wir haben Guttenberg-Fans unter deinen Freunden gefunden!“ Diese werden daraufhin aufgelistet. Die Applikation funktioniert wirklich, wie man nach der Entdeckung der betreffenden Freunde weiter verfährt ist jedem selbst überlassen.

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