Gaddafi setzt auf Propaganda

Nachdem auch am Samstag die erbitterten Kämpfe um strategisch wichtige Punkte in der Küstenregion anhielten, sollen Regierungstreue nun einige Städte zurückerobert haben. Auch in Tripolis soll es in der Nacht zum Sonntag zu schweren Gefechten gekommen sein. Währenddessen lässt Gaddafi im libyschen Staatsfernsehen von „Freudenfeuern“ berichten.

Das Ringen um den Ölhafen Las Ranuf geht unterdessen weiter. Gaddafi-Anhänger setzen nun auf Kampfhubschrauber. Auch vom Einsatz unbemannter Drohnen ist die Rede. Um 11.40 Uhr MEZ meldet Al Jazeera, dass die Stadt von Loyalisten zurückerobert worden sei.

Weiter berichtet Al Jazeera, dass der britische Verteidigungsminister aktuell ein diplomatisches Team gen Libyen entsandt hat, nachdem vier britische Staatsbürger in Benghazi entführt wurden. Laut Guardian selbst handelt es sich allerdings um acht Männer der Eliteeinheit SAS und einen britischen Diplomaten, die auf einer geheimen Mission zu führenden Oppositionellen gewesen waren.

Darüber hinaus schreibt die Redaktion im Liveblog:

„Alles rund um den Libyen-Konflikt hängt davon ab, wem man glaubt, und in der Hauptstadt Tripoli glauben die Menschen, dass Gaddafis Truppen die Städte Az Zawiya und Misrata wieder unter ihre Kontrolle gebracht hätten. Doch Augenzeugen berichten, dass die Angaben der Regierung falsch sind“:

Rebellen dementieren weiterhin Berichte des Staatsfernsehens

Um kurz nach 14 Uhr MEZ wird Al Jazeera mitgeteilt, dass nun auch die Stadt Misurata, 200 Kilometer östlich von Tripolis aus drei Richtungen angegriffen wurde. Weiter östlich in Bin Jawad gab es unterdessen bei neuerlichen Angriffen weitere Tote auf Seiten der Rebellen.

Nichtsdestotrotz behaart die Opposition weiter darauf, dass die Aussagen des libyschen Staatsfernsehens nicht der Wahrheit entsprechen. Vehement wird verneint, dass sich die Städte Az Zawiya, Misurata, Ras Lanuf und Tobruk wieder in der Hand der Gaddafi-Anhänger befinden würden.

Al Jazeera veröffentlicht ein Video mit feiernden Menschen in den Straßen von Tripolis:

Mittlerweile, so heißt es am Abend, hat das diplomatische Team aus Großbritannien das Land wieder verlassen. Es soll neue Anläufe für einen Dialog geben.

Auch in Ägypten setzten sich die neuerlichen Proteste fort. Demonstranten versammelten sich am Sonntag vor dem Innenministerium. Zwei Minister wurden ausgewechselt. Erstmals seit den Protesten vor wenigen Wochen , so wird berichtet, waren auch wieder Polizisten in Zivil zugegen, die Demonstranten mit Messern bedroht haben sollen.

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