Ibo – positive Genesung, doch verbleibende Schäden möglich

Seit vergangenem Sonntag liegt Ibo im Krankenhaus. Er ist aus dem Koma aufgewacht, kann seine rechte Körperhälfte wieder bewegen. Die linke Seite scheint jedoch vorerst gelähmt zu sein. Die Ärzte wissen zurzeit noch nicht, ob Ibo bleibende Gehirnschäden haben wird.

„Das werden wir mit der Zeit feststellen“, so der behandelnde Arzt zur Frage nach den Prognosen für die Wiederherstellung von Tarlises Gesundheitszustand. Erfreulich sei jedoch, dass er auf ärztliche Anweisungen reagiert. Noch befindet er sich auf der Intensivstation, aber die Ärzte haben mit der Physiotherapie und der Rehabilitation begonnen. Auf die Frage der Ärzte, wie es ihm gehe, antwortete der Superstar: „Mir geht es gut!“

Sogar Politiker aus der Oppositionspartei besuchten Ibo

Die ganze Türkei stand am Montag unter Schock, als sie erfuhr, dass Ibrahim Tatlises, Superstar der „Arabesk“-Musik in der Türkei, schwer verletzt in der Nacht von Sonntag auf Montag ins Krankenhaus geliefert wurde. Man hatte vergeblich versucht, Ibo umzubringen. Kurz vor dem Anschlag sprach Ibo in seiner berühmten „Ibo Show“ noch von seinen Feinden, vom gemeinsamen Leben, von Liebe und vom Tod. Als hätte er es geahnt oder sogar erwartet. Später stellte sich heraus, dass Ibo Drohungen von einem seiner mutmaßlichen Täter, Abdullah Ucmak, erhalten hatte.

Ibo ist für viele Menschen ein Idol, „der Größte und Beste“, der „Imperator“ der Türken. Tausende von Fans aus der ganzen Türkei suchten das Krankenhaus in Istanbul auf, alle wollten ihn sehen, alle seine „süße Stimme“ hören, nur wissen, dass er wieder auf die Beine kommt. Bekannte, Verwandte, Freunde, Politiker aus der Regierungspartei und sogar aus der Oppositionspartei besuchten Ibo im Krankenhaus. Tage und Nächte verbrachten sie im Wartezimmer des Maslak Acibadem Krankenhauses, um schnellstmöglich Informationen über seinen aktuellen Zustand zu bekommen.

Hat Tatlises die terroristische Organisation PKK unterstützt?

Ibrahim Tatlises ist nicht irgendein Sänger – jahrelang gab es Spekulationen über ihn, er würde die terroristische Organisation PKK finanziell unterstützen. Denn er ist Türke mit kurdischem Hintergrund. In Sanliurfa geboren, mit 23 Jahren nach Istanbul gekommen, gelangte er in den achtziger Jahren an die Spitze seiner Karriere. Vor kurdischem Publikum sprach er Kurdisch, Auftritte vor frommen Zuhörern schmückte er mit islamischen Gebeten. Politisch engagiert war er eigentlich nie – doch in diesem Jahr wollte er als Abgeordneter bei der AKP, der Regierungspartei von Recep Tayyip Erdogan, kandidieren.

Hatte dieser Anschlag eine politische Dimension? In türkischen Medien wurde darüber diskutiert, ob die Kurdenrebellen von der PKK Tatlises nach dem Leben getrachtet hätten. Dafür spreche die Verwendung eines Kalaschnikow-Schnellfeuergewehres bei dem Anschlag. Der Ministerpräsident Erdogan rief mehrmals im Krankhaus an, erkundigte sich persönlich über seine aktuelle Lage.

Weitere Festnahme: Verdächtiger soll die Kalaschnikow bedient haben

Einige sind der Meinung gewesen, dass der Grund für die Schüsse in Problemen bei den Investitionen von Tatlises im Nordirak zu suchen ist. Tatlises habe gewusst, dass es Schwierigkeiten gebe, habe diese aber nicht ernst genug genommen. Ein Geschäftspartner von Ibo im Nordirak widersprach dieser Darstellung: In Erbil habe es nur kleinere Unstimmigkeiten gegeben, die auch so gut wie ausgebügelt gewesen seien.

Doch stellte sich schnell heraus, dass ein gewisser Abdullah Ucmak hinter dem Attentat steckt, der am Mittwoch festgenommen wurde. Ucmak lehnt alle Vorwürfe gegen ihn ab. „In diesem Fall“, sagt jedoch der Gouverneur von Istanbul, Hüseyin Avni Mutlu, „gibt es handfeste Beweise, dass Ucmak der Hauptverdächtige ist.“ Zuvor hatte Ucmak zweimal versucht, Ibo umzubringen.

Am Freitag nahm die türkische Polizei in Balikesir einen Verdächtigen, Ersin Altun (25), fest, der die Kalaschnikow bedient haben soll. Es wurde mitgeteilt, dass Altun und Ucmak sich im Gefängnis kennengelernt hätten und Altun sich bis letzte Woche gemeinsam mit Ucmak in Istanbul aufgehalten habe. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

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