500.000 Dollar für den Mord an Ibrahim Tatlises

Der Autofahrer des Wagens, aus dem auf Ibo geschossen wurde, hat die Mitwirkung an der Tat gestanden. Er schildert, wie ihm der Mord befohlen wurde und wie er die Tatwaffe verschwinden ließ.

In den türkischen Medien wurde über die Motive des Attentats spekuliert: War es eine Mafiaabrechnung? Eine Aktion der PKK? Ein persönlicher Racheacht von Abdullah Ucmak? So schien es zunächst am ersten Tag der Festnahme. Dieser ist schon seit mehr als 13 Jahren mit Tatlises verfeindet. Er hatte bereits 1998 und 2002 versucht, Tatlises umzubringen.

Die Polizei hatte zwar den Attentäter Ucmak gefasst, aber sie ging von einer tieferen Dimension des Attentats aus. Die Ermittlungen wurden vertieft. Die Polizei stellte eine Beziehung Ucmaks zur terroristischen Organisation PKK und der kurdischen Partei BDP fest. Am Freitag wurden weitere acht kurdische Rebellen der PKK festgenommen. In Balikesir nahm die Polizei Ersin Altun in Gewahrsam, der die Kalaschnikow bedient haben soll. Am Wochenende wurde zudem Yunus Ayik, der Fahrer des Wagens, aus dem heraus Tatlises angeschossen wurde, verhaftet. Während seines Verhörs sagte Ayik: „Ich habe vor 15 Tagen Abdullah Ucmak kennengelernt. Er schlug uns vor, Ersin und mir, Tatlises umzubringen. Wir waren einverstanden. Am 11. März haben wir gemeinsam die Gegend um Beyaz TV, wo Ibrahim Tatlises in seiner Sendung auftritt, erkundet. Am Tag des Attentas saß Abdullah Ucmak ebenfalls im Auto. In Maslak ist er ausgestiegen. Am Ende von Tatlises‘ Sendung rief er uns an und sagte: ‚Haltet euch bereit!‘ Danach hat Ersin vom hinteren rechten Fenster aus auf Tatlises‘ Auto geschossen. Schnell sind wir vom Tatort zum Ömerli Staudamm gefahren, haben dort die Waffe auseinandergenommen und in den Damm geworfen. Ich bin dann nach Gebze gefahren, Ersin nach Balikesir. Ersin sagte mir, dass wir 500.000 Dollar von Ucmak bekommen werden.“

Yunus Ayik, Abullah Ucmak und der rätselhafte Nihat

Die Polizei hat ebenso herausgefunden, dass einige der in Istanbul und Mardin festgenommen Verdächtigten in Camps der PKK ausgebildet wurden. Darunter auch Nihat S., der den Kontakt zu Abdullah Ucmak herstellte. Während der Untersuchungen der Handy-SIM-Karten von Ucmak fand die Polizei heraus, dass Ucmak Nihat S. vor und nach dem Attentat auf Tatlises angerufen hat. Nihat S. hat Ucmak jedes Mal von einer Telefonzelle aus erreicht. Ferner fing die Polizei eine Mail ab, in der Nihat S. mitgeteilt wird: „Beendet die Sache, die nicht vollendet wurde!“.

Vor genau einer Woche war der Superstar der Türken und Kurden, „Imperator“ Ibo, in der Türkei bei einem Attentat schwer verletzt worden. Aus einer Kalaschnikow wurden 11 Kugeln abgefeuert. Drei trafen Ibrahim Tatlises, eine seine Assistentin. Tatlises wurde von einer Kugel am Kopf getroffen. Es folgten zwei Operationen, zwei Tage lag Ibo im künstlichen Koma. Am dritten Tag wurde er von den Ärzten geweckt. Das erste, was er sagte, war: „Mir geht es gut“. Tausende Fans warteten jeden Tag auf eine gute Nachricht von Ibo. Die Ärzte sprechen von einer Genesung, sie werde jedoch einige Monate dauern. Physiotherapie und Rehabilitation haben ebenfalls letzte Woche begonnen. Tatlises könne nach ärztlichen Anweisungen Arme und Beine bewegen, wird mitgeteilt. Er liegt zwar noch auf der Intensivstation, aber sein Zustand ist stabil.

Während Tatlises im Krankenhaus mit dem Tod rang, begannen auch schon die polizeilichen Ermittlungen. Drei Tage nach dem Attentat nahm die Polizei Abdullah Ucmak und 20 weitere Personen fest.

In den türkischen Medien wird über den Symbolgehalt dieses Attentats spekuliert. Denn einige sind der Meinung, dass PKK und BDP versuchen, kurdische Intellektuelle, Akademiker, Sänger etc. vor den Wahlen im Juni einzuschüchtern.  Dies betrifft vor allem jene, welche sich für einen Dialog zwischen Türken und Kurden einsetzen, was der PKK und der BDP nicht gefällt.

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