Attentat auf Ibrahim Tatlises war von langer Hand vorbereitet

Abdullah Ucmak, der Hauptverdächtige im Fall Ibrahim Tatlises, soll diesen einen Monat lang verfolgt haben, so die türkische Polizei.

Nach dem versuchten Mordanschlag an den Superstar Ibrahim Tatlises in der vergangen Woche kommen jeden Tag neue Informationen ans Tageslicht.

Am Dienstag teilte die Polizei mit, Abdullah Ucmak habe am Sonntagabend am Nurol Plaza bis zum Sendeschluss der „Ibo Show“ gewartet. Telefonisch habe er von seiner Freundin Nazife Erdemir erfahren, wann genau Ibo die Studios von Beyaz TV verlässt. So konnte er Ersin Altun, der die Waffe auf den Superstar abgefeuert hatte, informieren. Altun wurde in Balikesir festgenommen. Am Wochenende wurde zudem Yunus Ayik, der Fahrer des Wagens, aus dem heraus Tatlises angeschossen wurde, verhaftet. Er belastete Abdullah Ucmak schwer, indem er ihn als Drahtzieher des Attentats bezeichnete. Ucmak bestreitet bislang eine Beteiligung an der Tat. Die Beweise sprechen jedoch gegen ihn. Die Polizei sieht zudem eine Verbindung Ucmaks zur terroristischen Organisation PKK und der kurdischen Partei BDP.

Ucmaks Freundin Nazife Erdemir gab im Polizeiverhör zu, diesen über Ibos Programmablauf informiert zu haben. Ferner sagte sie, Ucmak habe einen Tag vor dem Attentat einem verriegelten Koffer in ihrer Wohnung versteckt. Jedoch habe sie nichts über dessen Inhalt gewusst. Die Polizei hatte bei einer Durchsuchung der Wohnung den Koffer beschlagnahmt und darin eine Kalaschnikow vorgefunden. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um die Tatwaffe, denn diese wurde nach Aussage Yunus Ayiks nach der Tat in den Ömerli Staudamm geworfen.

Yunus Ayik, Abdullah Ucmak, Nazife Erdemir

Erdemir sagte weiter aus,  Ucmak habe ihr während der Ermittlungen gedroht: „Während des Polizeigewahrsams fragte mich Ucmak, wem die ‚Sachen im Koffer’ gehören. Ich erwiderte ‚Wie, wem gehören sie?’ Daraufhin sagten die Polizisten, wir sollen nicht reden. Ich wurde an einen anderen Ort gebracht. Als dann Ucmak an mir vorbeiging, sagte er: „Gib auf gar keinen Fall meinen Namen preis! Nenn den Namen deines Ex-Mannes.“

Die türkische Polizei teilte außerdem mit, bei vier von den neun im Fall Ibo festgenommenen Verdächtigten gelte deren Schuld inzwischen als erwiesen. Diese seien Mitglieder der terroristischen Organisation PKK, die gewaltsame Aktionen in Istanbul für die kommenden Monate geplant haben. Die türkische Polizei beobachte diese PKK-Rebellen schon seit über einem Jahr.

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