Emails gefunden: Attentäter planten zweiten Anschlag auf Tatlises

Auf Ibrahim Tatlises soll im Krankenhaus ein zweiter Anschlag geplant worden sein. Diesen Schluss erlauben neue Funde der Polizei.

Die Polizei fand verschlüsselte Emails, Notizen und einen Grundriss des Maslak Acıbadem Krankenhauses, in dem Tatlises zur Zeit behandelt wird, im Haus eines mutmaßlichen PKK-Mitglieds. Der dringend Tatverdächtige soll das Attentat angeordnet haben und wurde auf Grund dessen bereits verhaftet. Das berichtet die türkische Zeitung „Sabah“. Die PKK wollte den Tod Tatlises, weil dieser der regierenden Partei AKP zu nahe gekommen sei, heißt es dort. „Beenden Sie den Job“, lautete eine der gefundenen Notizen als Anweisung an die Killer nach dem gescheiterten ersten Attentat.

Weiterhin sieht es für die Polizei so aus, als habe die PKK den Auftrag zur Ermordung von Ibrahim Tatlises erteilt. In letzter Zeit waren mehrere Schriftsteller, Künstler und andere öffentliche Personen von kurdischer Abstammung bedroht worden, die nicht ihren politischen Ansichten entsprachen. Alle neun Verdächtigen im Fall Tatlises scheinen eine Verbindung zur PKK aufzuweisen. Die Verdächtige Nihat Şimşek wurde angeblich in einem PKK Camp im nördlichen Irak ausgebildet.

Tatlises, der im von überwiegend kurdischen Südosten der Türkei geboren wurde, wurde in den Kopf geschossen, als er 13. März ein TV-Studio in Istanbul verließ. Derzeit erholt er sich in einem Krankenhaus im Istanbuler Stadtteil Maslak.

Die PKK kämpft seit zwei Jahrzehnten für die politische Unabhängigkeit der zwölf Millionen Kurden. Die Auseinandersetzungen haben bisher 30.000 Todesopfer gefordert. Sowohl die USA als auch die Europäische Union bezeichnet sie als terroristische Vereinigung.

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