Türkei will im Libyen-Konflikt vermitteln

Die Türkei hat angeboten eine Waffenruhe zwischen den Rebellen und der libyschen Regierung zu vermitteln. Darüber hinaus bereitet sich das Land darauf vor hunderte Verletzte aus dem Krisengebiet aufzunehmen und zu behandeln. Das gab ein Regierungsbeamter nun bekannt. Auch diese Operation wurde direkt mit den Libyern vereinbart.

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat angekündigt, er wolle Rebellen und Regierung an einen Tisch bringen und eine Waffenruhe zwischen beiden vermitteln. Noch einmal warnte er vor den verheerenden Folgen, die der derzeitge NATO-Einsatz nach sich ziehen könnte. Gegenüber dem britischen „Guardian“ äußerte er Befürchtungen, dass hier ein „zweiter Irakkrieg“ entstehen könnte.

Unterdessen bereitet sich die Türkei auf einen humanitären Einsatz vor. Bereits in Kürze werde eine Fähre mit Krankenwagen und medizinischer Ausrüstung an Bord in Richtung des afrikanischen Landes unterwegs sein, um rund 450 Verletzte in die Türkei zu bringen, so der stellvertretende Ministerpräsident Cemil Cicek gegenüber der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“.

„Ja, ist die Türkei das einzige Land, das den Kontakt zu beiden Seiten aufrecht erhält. … Wir helfen den Verwundeten. Darüber gibt es eine Einigung „, so Çiçek auf die Frage, ob das Vorhaben mit Einverständnis des Gaddafi-Regimes vonstatten gehe.

351.600 Menschen aus Angst vor Gewalt geflohen

Çiçeks Ankündigung kam genau zu der Zeit, als die Türkei die Luftangriffe des Westens auf Libyen scharf kritisierte und schwor „niemals eine Waffe auf das libysche Volk zu richten“ und zudem die Notwendigkeit humanitärer Hilfsmaßnahmen betonte. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen sagt, dass mittlerweile etwa 351.600 Menschen aus Angst vor Gewalt geflohen und rund 1.500 bis 2.000 jeden Tag auf dem Weg nach Ägypten seien.

Am vergangenen Donnerstag billigte das türkische Parlament den Einsatz der türkischen Armee an einer internationalen Operation zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen genehmigt.

Unterdessen werden neue, grausame Details des libyschen Bürgerkriegs bekannt. Wie Al Jazeera berichtet, wird Vergewaltigung gezielt als Waffe gegen das Volk eingesetzt.

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