Fukushima: Die Radioaktivität im Meerwasser steigt weiter

Die Strahlenbelastung im Meer rund um das Kernkraftwerk Fukushima I ist um einiges höher als bisher berichtet. In einem Teilgebiet wurde der normale Jod-131-Wert um das 3335-Fache überschritten.

Eine Gefahr stelle dieser Wert für Menschen nach Angaben der Behörden jedoch nicht dar. Frühere Messungen hatten einen Jod-Wert im Meer von 1.850 Mal über dem gesetzlichen Grenzwert ergeben. Die neuen Messungen fanden in der Nähe von Reaktor I, gut 300 Meter vom Ufer entfernt statt.

Deutlich geringere – aber immer noch erhöhte Werte – des gleichen radioaktiven Elements wurden im Meerwasser 16 Kilometer weiter im Süden gefunden. Dieser Umstand kann stärkstes Indiz dafür gelten, dass noch immer hoch radioaktives Wasser ins Meer austritt. Sowohl Tepco als auch den Sicherheitsbehörden ist die genaue Austrittsstelle aus dem AKW weiterhin unbekannt.

Der hohe Jod-Wert sei in den Augen der Behörden zwar als „besorgniserregend“ einzustufen, er stelle jedoch keine Gefahr für die Gesundheit dar, so Sprecher Hidehiko Nishiyama. „Wir werden den Grund ermitteln und unser Möglichstes tun, um einen weiteren Anstieg zu verhindern.“

Tepco-Präsident ins Krankenhaus gebracht – Greenpeace sehr besorgt

Unterdessen wurde der Präsident der Betreiberfirma Tepco in ein Krankenhaus eingeliefert. Masataka Shimizu werde wegen zu hohem Blutdruck und Schwindel behandelt, so ein Sprecher des Unternehmens. Shimizu wurde seit dem Beben und dem Tsunami am 11. März kaum in der Öffentlichkeit gesehen.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte die japanischen Behörden derweil eindringlich dazu auf, die Evakuierungszone deutlich auszuweiten. Schon jetzt sei die Bevölkerung einer viel zu hoher Strahlenbelastung ausgesetzt. Mitarbeiter haben nun Messungen an Land durchgeführt und in einem Radius von 40 Kilometern rund um das Unglückskraftwerk Strahlenwerte von zehn bis 100 Mikrosievert pro Stunde festgestellt. Etwa 2000 Mikrosievert pro Jahr gelten als normal. Im Hamburger Hafen wird bereits  an einem Notfallplan gearbeitet, falls verstrahlte Frachter aus Asien einlaufen sollten. Wie der Umgang mit ihnen jedoch konkret aussehen sollte, ist bisher nicht bekannt.

Währenddessen kämpfen die verbliebenen Ingenieure noch immer darum die Kontrolle zurückzugewinnen und die Kühlsysteme wieder in Gang zu setzen.

Tepco wurde ein Mangel an Transparenz und das Versäumnis, Informationen prompt zu liefern vorgeworfen. Das Unternehmen war auch schwer für die Ausstellung von falschen Strahlen-Messwerten am Wochenende kritisiert worden.

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