Wie gefährlich ist Friedrichs Inkompetenz?

Innenminister Friedrich wirft friedliche Muslime und Radikale in einen Topf. Serdar Bulat, Teilnehmer der Ende Februar stattgefundenen Jungen Islam Konferenz, geht das gegen den Strich.

Für mich wird die Deutsche Islam Konferenz (DIK) immer mehr zu einem sicherheitspolitischen Gremium. Sie scheint immer weniger ein Dialogforum für den Austausch über integrationspolitische Probleme zu sein.

Das gestrige Plenum stand schon unter einem schlechten Vorzeichen durch die Äußerungen des Innenministers Hans-Peter Friedrich, der Islam gehöre nicht zu Deutschland.

Gerade einmal 20 Prozent der MuslimInnen in Deutschland sind in Vereinen oder Verbänden organisiert (Studie „Muslimisches Leben in Deutschland“ des Innenministeriums). Wie kann da Friedrich wollen, dass gerade die in der DIK vertretenen Verbände Sicherheitspartner werden und beabsichtigte Straftaten von Extremisten melden? Dies ist doch Aufgabe und Pflicht eines Jeden! Wenn an der DIK schon die großen Verbände Islamrat und Zentralrat der Muslime nicht mehr teilnehmen, ergibt diese Sicherheitspartnerschaft umso weniger Sinn.

Friedrich schert die radikal orientierten Menschen, die nicht einmal ein Promille ausmachen, über einen Kamm mit allen, die dem Islam angehören. Aus Sicht der MuslimInnen und islamischen Verbänden scheint eine Kooperation unter Friedrichs Leitung befremdlich.

Der Versuch, eine Bevölkerungsgruppe zum Sündenbock zu machen anhand von Problemen, die sich gar nicht nur auf diese eine Gruppe beschränken lassen, wird nicht funktionieren.

Das Thema der Gleichstellung des Islam oder gar eine Anerkennung der Verbände als öffentlich-rechtliche Körperschaften, eine logische Konsequenz der Kooperation von Staat und MuslimInnen in der DIK, scheint nicht mehr im Raum zu stehen.

Die DIK birgt das Risiko, zu einer unsinnigen, aber medienwirksamen Veranstaltung zu verfallen.

Serdar Bulat

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Serdar Bulat, 23 Jahre, geboren in Berlin, Zivildienst in einem Drogentherapie-Zentrum. Er studiert derzeit Politikwissenschaft in Berlin, ist Mitglied des Bundesvorstands der Young Voice TGD, einer Jugendorganisation der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Sprecher der Grünen Jugend Charlottenburg Wilmersdorf, Jungautor bei Migazin e.V., Autor beim Polli-Magazin und war 2010
Moderator beim 10. Berliner jugend-FORUM. Bei der Jungen Islam Konferenz (JIK) übernahm er die Rolle von Dr. Ronald Pofalla (CDU).

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