Libyscher Außenminister setzt sich nach London ab

Moussa Koussa, bisher libyscher Außenminister unter Machthaber Muammar al-Gaddafi, ist nach Großbritannien geflüchtet. Wie das britische Außenministerium mitteilt, ist er "nicht länger bereit", für den Diktator zu arbeiten.

Kussa ist mit einem außerplanmäßigen Flug über Tunesien nach London gelangt. Dort wurde er, wie die BBC berichtet, von den britischen Behörden mehrere Stunden lang befragt. Der 59-Jährige galt bis dato als ein wichtiger Vertrauter Gaddafis. Er vertrat das Regime über viele Jahre international. Sein Schritt wird als Signal dafür gedeutet, dass im Umfeld des Machthabers das Vertrauen in die Stabilität der Führung langsam schwinde.

„Er kam aus freien Stücken hierher. Er erklärte uns, dass er zurückgetreten sei“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Dieses bestätigte die Einreise Kussas am 30. März über Tunesien auf den Flughafen Farnborough, 55 Kilometer südwestlich der Hauptstad.

Seine Flucht, die offiziell als „privater Besuch“ deklariert wurde, kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Rebellen im Land immer stärker unter Druck geraten. Der seit Wochen hart umkämpfte Ölhafen Ras Lanuf sowie die Stadt Brega befinden sich wieder in Händen der Regierungstruppen.

Die Nachricht, dass Kussa außer Landes sei, löste nach Angaben der New York Times, am Mittwochnacht „Schockwellen“ in Tripolis aus. In den USA werden erste Hoffnungen wach, dass der Schritt Kussas eine ganze Bewegung auslösen und sich immer mehr Menschen von Gaddafi abwenden könnten.

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