PKK-Chef äußert sich erstmals zu Tatlises-Attentat

Aus dem Gefängnis heraus hat sich PKK-Chef Öcalan indirekt vom Attentat auf Ibo Tatlises distanziert: Die Aktion sei eine Inszenierung der Türken gewesen, um aus Ibo einen Märtyrer zu machen, der alle anderen kurdischen Stars in den Schatten stellt.

PKK-Führer Abdullah Öcalan äußerte in einem wöchentlichen Treffen mit seinen Anwälten die Meinung, das Attentat auf Ibo sei ein inszeniertes Komplott. Dass Tatlises dabei verletzt wurde, sei ebenfalls Teil der Inszenierung.

Öcalan, Führer der terroristischen Organisation PKK, sagte über den Mordanschlag auf den türkisch-kurdischen Superstar Ibrahim Tatlises, wie bei den kurdischen Intellektuellen wolle die türkische Regierung eine „falsche“ kurdische Künstler-Gruppe hervorbringen.

Abdullah Öcalan und Yilmaz Güney

Yilmaz Güney, einer der bekanntesten türkischen Schauspieler und Regisseur kurdischer Herkunft, habe ihm vor 30 Jahren gesagt: „Passt auf diesen Ibrahim Tatlises auf. Die Türken wollen ihn an meiner Position haben. Sie wollen einen unechten kurdischen Star erschaffen.“ Die PKK betrachtet Intellektuelle, die sich in den vergangenen Jahren positiv zur Demokratie und zu den Wahlen geäußert, sowie wie im Falle von Ibrahim Tatlises mit der AKP sympathisiert haben, nicht als „wahre“ Kurden. Es ist noch unklar, warum sich Öcalan gerade jetzt so negativ über Tatlises äußert.

Die Zeitung „Samanyoluhaber“ schreibt in einem Kommentar, es sei noch nicht bewiesen, ob die PKK hinter dem Attentat steht. Doch fest stehe, dass Ibrahim Tatlises bei der AKP kandidieren wollte. Die PKK sei jedoch strikt dagegen, da sie ganz genau wisse, dass Ibrahim Tatlises ein Bindeglied zwischen den Türken und Kurden ist: „Tatlises hat es als Kurde bis an die Spitze geschafft. Er hat allen gezeigt, dass es auch ohne Waffen ein Leben für Kurden in der Türkei gibt. Dass er jetzt auch noch politisch aktiv sein wird, verwirft alle Thesen der PKK, nur mit Waffen kämpfend könnten die Ziele der kurdischen Bevölkerung erreicht werden. Tatlises zeigt nämlich mit seiner Kandidatur bei der Regierungspartei, dass die PKK nicht der einzige Repräsentant der Kurden ist. Nun weiß die PKK nicht, was sie machen soll. […]“

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