Bundeswehr wird in Libyen-Konflikt aktiv

Außenminister Guido Westerwelle lenkt nach wochenlangem Zögern ein: Zwar sollen keine Bundeswehr-Kampfjets über Libyen fliegen, doch eine Sicherung von Flüchtlings- und Hilfsgütertransporten sowie die Versorgung von Verletzten sei jetzt vorstellbar. Unterdessen fordern die Rebellen eine stärkere Absprache mit der Nato.

Nachdem sich die EU-Außenminister bereits am 21. März auf einen „humanitären Einsatz“ verständigt hatten, signalisierte nun auch Westerwelle, dass sich deutsche Soldaten in die EU-Hilfstruppe einbringen werden.

Konkret ließ er verlauten: „Für die Bundesregierung ist völlig klar, dass wir bei der humanitären Bewältigung der Folgen dieses Krieges unsere Verantwortung wahrnehmen werden.“ Man werde den Menschen, die jetzt leiden, humanitär beistehen. Favorisiert wird nun Einsatz der Krisenreaktionskräfte der EU. Diese sogenannten EU-Battlegroups sind schnelle Eingreiftruppen, die kurzfristig eingesetzt werden können. Deutschland ist derzeit mit Sanitätern, Feldjägern, Aufklärungs- und Pionierkräften sowie Personal zur Führungsunterstützung beteiligt. Insgesamt 990 Soldaten. Dem Einsatz muss der Bundestag noch zustimmen.

Nato tötet irrtümlich weitere Aufständische

Unterdessen gab es erneut tote Rebellen bei einem Nato-Angriff in der Nähe der Stadt. Bereits zum zweiten Mal innerhalb einer Woche wurde versehentlich ein Konvoi der Aufständischen attackiert. Zwar habe sich die Nato nach Angaben des Rebellenführers Gen Abdelfatah Yunis für den Irrtum entschuldigt. Dennoch ist die Stimmung unter den Einwohnern mittlerweile angespannt. Einige sind bereits aus der Region geflüchtet.

„Wir möchten einige Antworten darauf haben, was hier genau passiert ist. Wir erwarten eine rationale und überzeugende Erklärung“, so Yunis weiter. Er betonte nachhaltig, dass solche Fehler in Zukunft vermieden werden müssten und forderte zu einer intensiveren Zusammenarbeit auf. Spannungen zwischen den Rebellen und der Nato gäbe es seiner Ansicht nach allerdings nicht.

In Tobruk wird währenddessen der Ruf nach Waffen laut:

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