Erdogan windelweich über Tatlises als Politiker

Der türkische Ministerpräsident Erdogan begründet die Ablehnung von Ibo Tatlises als Kandidat für die AKP kühl und sehr formalistisch: Es hätten sich einfach zuviele Leute für den Job beworben. Ibo könnte nun als unabhängiger Kandidat sein Glück versuchen.

Am Dienstag beantwortete der türkische Ministerpräsident Erdogan kurz vor seinem Abflug nach Straßburg noch am Flughafen Fragen von Journalisten bezüglich der Kandidatenliste seiner Partei für die Wahlen im Juni.

Zur Nichtnominierung von Ibrahim Tatlises für die Regierungspartei AKP gab Erdogan an, es sei unmöglich, alle Antragsteller als Kandidaten in die Abgeordnetenliste aufzunehmen und fügte hinzu: „Herr Tatlises ist eine Persönlichkeit, die ich persönlich sehr gern habe und dessen künstlerisches Schaffen ich respektiere und bewundere. Leider standen wir vor einer ungewollten Entscheidung. Wie ich schon sagte, können wir uns bei zehn Antragstellern nur für einen entscheiden. Es gab ca. 6000 Anträge. Sie können sich also vorstellen, wie es uns bei der Auswertung und Bewertung ergangen ist.“ Tatlises will nun auf eigene Faust als unabhängiger Kandidat ins Rennen gehen.

Darüber hinaus äußerte sich Erdogan über die Aufnahme von Ergenekon-, Balyoz-, und KCK-Angeklagten in die Kandidatenliste der CHP, MHP und BDP. Auf die Frage hin, wie er dies beurteile, bemerkte er, seine Meinung zu diesen Personen spiele keine Rolle, aber er warte gespannt auf die Beurteilung der Wähler: „Die CHP und BDP bestanden darauf, dass das Gesetz zur politischen Immunität aufgehoben wird. Jetzt sehen wir alle ganz deutlich, wer versucht sich dieser Immunität zu bedienen.“

Zurzeit wird Ibrahim Tatlises in einer deutschen Klinik infolge eines auf ihn verübten Attentates behandelt.

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