Schavan befürwortet Imame als Religionslehrer in Schulen

Laut Bildungsministerin Annette Schavan sollten Imame, nach dem Vorbild christlicher Pfarrer, auch im Religionsunterricht an deutschen Schulen eingesetzt werden.

Bildungsministerin Annette Schavan und der Islamwissenschaftler Bülent Ucar sprechen im Interview mit der „Zeit“ über die Themen Glauben, das Kopftuch und neue Lehrstühle für islamische Theologie.

Die Bildungsministerin zeigt sich vom Selbstbewusstsein, mit dem Muslime ihre Frömmigkeit leben, beeindruckt. Sie stellt heraus: „Manche Christen sehen ja schon ein Anzeichen von Fundamentalismus darin, dass jemand in der Öffentlichkeit betet. Dass Muslime ihre Religion nicht meinen verstecken zu müssen, das gefällt mir.“

Auf der anderen Seite gäbe es jedoch auch Dinge, die sie nach wie vor abschrecken würden. Dazu gehören Situationen der Gewalt im Namen der Religion sowie die Feststellung, Religion und Politik seien eins. Das Christentum habe in einem langen Prozess gelernt, dass der Glaube nicht die Politik dominieren dürfe und umgekehrt. Diese Erkenntnis stünde dem Islam noch bevor.

Die Finanzierung islamischer Lehrstühle an den Universitäten stellt für die Politikerin eine Notwendigkeit dar. „Tatsache ist (…), dass Glaube nicht nur geglaubt, sondern auch gedacht werden muss. Dazu gehört unter anderem, das Verhältnis zwischen Religion und Politik zu klären.“ Die Aufgabe der Theologie sei es ihrer Meinung nach, die Religion in die Gegenwart zu übersetzen. Darüber hinaus sollten die neuen Lehrstühle Vorbeter für die hiesigen Moscheen und Lehrer für den islamischen Religionsunterricht ausbilden. „Möglich wäre es zum Beispiel, dass Imame als Religionslehrer eine Anstellung in der Schule finden; eventuell mit einer halben Stelle. Das kennen wir auch von christlichen Pfarrern. Diesen Vorschlag finde ich sehr interessant“, ergänzt die Bildungsministerin.

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