Bessere Jobchancen für Migranten

Eine engere Zusammenarbeit von Ausländerberatern und Jobvermittlern soll die Situation der Migranten verbessern.

Die Integration von Zuwanderern oder Menschen mit Migrationshintergrund in den ersten Arbeitsmarkt sei eine der wichtigsten Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit, erklärte Dr. Günther Schauenberg, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern, anlässlich einer gemeinsamen Arbeitstagung mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), bei dem am 29. März 2011 in Nürnberg 120 geladene Experten zusammenkamen. Im Februar 2011 seien 56.635 Menschen mit Migrationshintergrund in Bayern arbeitslos gemeldet gewesen. Dies entspreche einer Arbeitslosenquote von 10,1 Prozent und sei mehr als doppelt so viel, wie der bayerische Durchschnitt von 4,6 Prozent. Angesichts eines steigenden Fachkräftebedarfs müsse die Integration der bereits in Deutschland lebenden Personen sowie die Förderung neu zugewanderter Menschen effektiver gestaltet werden. Eine Bündelung der Angebote sei hierfür unerlässlich.

Das Motto der Tagung lautete „Lokal vernetzt in Bayern: Integration gemeinsam gestalten“. Im Zentrum stand der Austausch über bestehende Beratungs- und Förderangebote von Bundesamt und Regionaldirektion. In verschiedenen Workshops wurden Ansätze zur besseren Vernetzung der beiden Systeme in den bayerischen Regionen entwickelt – und im Anschluss präsentiert.

Dr. Michael Griesbeck, Vizepräsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, sagte in seinem Grußwort: „Gelungene Integration von Zuwanderinnen und Zuwanderern ist auch an deren Beteiligung am Erwerbsleben erkennbar. Die Koordinierung und Vernetzung bestehender Angebote – auch der staatlichen – gehört zu den besonderen Herausforderungen. Entscheidendes Ziel ist es, Zugewanderte weiter zu stärken und ihre Potenziale zu aktivieren“.

Staatliche Integrationsangebote sollen Menschen mit Migrationshintergrund Chancengleichheit und gleichberechtigte Teilhabe am ökonomischen, gesellschaftlich-sozialen und politischen Leben ermöglichen. Das Bundesamt unterstützt dies, nach eigener Aussage, durch Migrationsberatungs- und Sprachförderangebote sowie Maßnahmen der gemeinwesenorientierten Projektförderung. Rund 700 Integrationskurse seien im letzten Jahr in Bayern angelaufen, über die Zuwanderer Sprach- und Landeskenntnisse erwerben können. Im Bereich der berufsbezogenen Sprachförderung organisiert das Bundesamt Sprachkurse, die Deutschunterricht, berufliche Qualifizierung und Praktikum effektiv miteinander verbinden sollen, die sogenannten ESF-BAMF-Kurse. In den staatlichen Migrationsberatungsstellen sollen Zuwanderer Unterstützung zu allen Fragen des Alltags finden. Bundesweit gibt es rund 800 Berater, davon zirka 100 in Bayern. Diese sollen bei Fragen zum Spracherwerb, Leben und Arbeiten in Deutschland weiterhelfen.

Die Bundesagentur für Arbeit bietet unter anderem Deutsch-Tests, psychologische Beratung und Eignungsfeststellung sowie Deutschkurse an. Außerdem können Weiterbildungsangebote und die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit gefördert werden. Für Jugendliche, bieten die Agenturen für Arbeit die vertiefte Berufsorientierung und ausbildungsbegleitende Hilfen (Nachhilfe) während der Ausbildung an. Nähere Informationen finden sich auf den Seiten der BA und des BAMF.

Laura Räuber

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