Koch-Mehrin: "In erheblichem Ausmaß" abgeschrieben

Ein abschließender Prüfbericht über die Doktorarbeit der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin hat ergeben, dass die Vizepräsidentin des Europaparlaments "in erheblichem Ausmaß" abgeschrieben habe. Auf auf 27,9 Prozent der Seiten der Dissertation seien "sichere Plagiate" nachgewiesen worden.

Die Doktorarbeit mit dem Thema „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik“ wurde an der Universität Heidelberg eingereicht und 2001 in der Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden veröffentlicht. Die Online-Plattform „Vroni Plag Wiki“ hatte nun zur Arbeit – ähnlich wie im Fall des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg – Recherchen angestellt und nach zweiwöchigen Untersuchungen einen Prüfbericht vorgelegt.

„Jeder kann sich selbst ein Bild machen, das ist ein klarer Fall von Plagiarismus“, heißt es nun von Betreiberseite, die jede Stelle mehrfach hat überprüfen lassen und festgestellt hat: „In der untersuchten Dissertation wurden in erheblichem Ausmaß fremde Quellen verwendet, die nicht oder nicht hinreichend als Zitat gekennzeichnet wurden. Dies stellt eine eklatante Verletzung wissenschaftlicher Standards dar.“

Liegt hier eine Zweckentfremdung von Steuergeldern vor?

Die zahlreichen textuellen Anpassungen der Plagiate sowie die Tatsache, dass Plagiate über die gesamte Dissertation hinweg zu finden seien, ließen darauf schließen, dass die Textübernahmen kein Versehen wären, sondern bewusst getätigt worden seien. Es stelle sich deshalb die Frage, „ob es durch die Förderung der Arbeit durch die Friedrich-Naumann-Stiftung mit Mitteln des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie zu einer Zweckentfremdung von Steuergeldern gekommen ist“.

Gleichzeitig wurde deutlich gemacht, dass es einen erheblichen Unterschied zu den Resultaten im Fall zu Guttenberg gäbe. „Wenn wir das mit der Tour de France vergleichen, dann können wir sagen, dass wir Koch-Mehrin des Dopings überführt haben, während Guttenberg auf einem Motorrad davongefahren ist. Aber Doping führt auch zur Disqualifikation“, so ein „Vroniplag“-Sprecher.

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