Laissez-faire (Lasst Sie machen) und selbst entscheiden, ob Sie ein Kopftuch tragen wollen oder nicht

Es gibt eine Redewendung im türkischen, die sinngemäß übersetzt: „Lass uns gemütlich (nicht steif) sitzen aber aufrichtig miteinander sprechen“ heißt. Die Quelle dieses Spruches ist mir nicht bekannt, jedoch weiß jeder in welchem Zusammenhang dieser gebraucht wird. Anders ausgedrückt könnte man auch sagen, auch wenn deine Taten und deine Art und Weise nicht ganz richtig sind, sprich wenigstens die Wahrheit.

Die islamische Glaubenswelt ist sehr empfindlich und mit allen Facetten bedacht, die es zu bedenken gibt. In Duisburg-Rheinhausen gibt es einen Verein mit dem Namen: Liberal islamischer Bund dessen Vorsitzende Lamya Kaddor ist, die in Münster studiert hat. Dem Verein gehören auch Namen, wie Hilal Sezgin an. Frau Kaddor kenne ich aus dem sozialen Netzwerk Facebook und Frau Sezgin persönlich. Diese Menschen haben keine schlechten Absichten, in dem was sie tun, jedoch sind sie keine Islam-Experten.

Frau Sezgin habe ich bei einer Veranstaltung kennen gelernt, an der wir gemeinsam teilnahmen. Sie hatte uns bei der Aussage: In Deutschland werden wir nicht als Menschen betrachtet, sondern gleich in eine Schublade der Religionszugehörigkeit gesteckt bestätigt. Es ist faszinierend, das man in Deutschland immer Muslim ist ohne dass man es weiß einer zu sein. D. h. wenn ein Maler, Schriftsteller, Akrobat einen Migrationshintergrund aus einem „islamisch geprägten Land“ hat, ist er automatisch ein muslimischer Maler, ein muslimischer Schriftsteller, ein muslimischer Akrobat.

Frau Sezgin ist für mich eine Autorin, die interessante Texte schreibt. Dass ihr Roman „Mihriban pfeift auf Gott“ diesen Titel trägt, muss sie wohl der Umgebung und der hiesigen Politik verdanken und nicht ihrer schriftstellerischen Idee, so scheint es zumindest. Lamya Kaddor ist ein Name, den die kritische Sichtweise des Islam hervorgebracht hat.

Diese Autorinnen füllen eine Marktlücke in der aktuellen Debatte.

Auf der Internetseite von Qantara.de versucht Frau Kaddor mit ihrer eigenen Koranauslegung zu beweisen, wieso sie keine Kopftuchträgerin ist. Dort versucht sie mit eigenen Gedankengut Begründungen hierfür zu finden. Diese Art zu argumentieren scheint für sie als „liberaler Islam“ zu gelten, obwohl die Liberale Ideologie: Philosophie, Politik und Ökonomische Betrachtungsweisen zum Ziel hat und eher die religiösen. Eine Überzeugung, die die Freiheit des Individuums, sowie die Chancengleichheit in Erwägung zieht und sich hierfür einsetzt. Es wäre doch demnach besser und liberaler gewesen, wenn sie sich dazu geäußert hätte, welche Chancen Frauen mit Kopftuch bekommen müssten, damit sie die gleichen Chancen haben, wie Frauen ohne Kopftuch.

Daran zu glauben, dass man kein Kopftuch zu tragen hat, ist etwas anderes, als es nicht zu tun. Wiederum ist es etwas ganz anderes, andere davon überzeugen zu wollen, dass das Kopftuch keine Pflicht sei oder es nicht erlaubt sein darf Kopftuch zu tragen und daher verboten werden müsste. Es gibt eine „konjunkturelle Lage“, die sich sicherlich ständig ändern kann, aber mit großer Sicherheit keinen „konjunkturellen Glauben“, so was wäre heuchlerisch. Wenn Menschen den Glauben zum politischen Werkzeug machen, werden sie sich blamieren, wenn die politische Lage sich wieder verändert. Die Gläubigen, die diese liberale Bewegung unterstützen, unterstützen sie mit der Begründung: „geringer Konsens ist besser als kein Konsens“, obwohl ein solcher Konsens schädlicher ist, als man das auf den ersten Blick denkt.

Kurzum: Lassen Sie uns gemütlich sitzen aber aufrichtig miteinander reden.

Wenn es um die Glaubensfreiheit geht, ist der Koran sehr liberal.

Ein Vers aus der (Sura: Al-Kahf, Vers:29) besagt: Und sprich: „Die Wahrheit von eurem Herrn (ist in diesem Koran gekommen).“ Wer also immer (glauben) will, der möge glauben; und wer immer (ungläubig sein) will, der möge ungläubig sein. Wenn es um eine politische Liberalität geht, kann man höchstens sagen:

„Jeder soll selbst entscheiden, was er trägt und was er nicht trägt ohne dabei bevormundet zu werden, wie das Kopftuch gemäß Koran zu interpretieren ist“.

Der Rest wäre punktum ein gesellschaftlicher Zwang.

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