"Denkmal der Menschlichkeit" muss weichen

Das 2006 vom türkische Künstler Mehmet Aksoy geschaffene "Denkmal der Menschlichkeit" wird auf Anordnung von Premierminister Recept Tayyip Erdogan abgerissen. Die 30 Meter hohe Skulptur, die im nodostanatolischen Kars steht, erinnert an die toten Armenier. Für den 23. April sind Proteste angekündigt.

Erdogan bezeichnete das Kunstwerk, das einen in zwei Teile gespaltenen Menschen zeigt,  als „monströs“. Die Anordnung zum Abriss sprach er bereits bei einem Besuch im Nordosten des Landes Ende letzten Jahres aus.

Juristische Einsprüche des Schöpfers, der seine Statue als Symbol der Versöhnung verstanden wissen will, liefen bis dato ins Leere. Eine Demontage soll noch vor dem 24. April, dem Gedenktag an den Völkermord, erfolgen, der 1,5 Armenier das Leben gekostet hat. Die Anerkennung der Massenvertreibungen und -ermordungen durch das osmanische Militär werdem vom türkischen Staat bis heute nicht als Genozid anerkannt.

Erinnerung an Sprengung der Buddha-Statuen von Bamiyan

Für den 23. April haben sich nun auf Initiative des ehemaligen Bürgermeisters der Stadt, Naif Alibeyoglu sowie Mehmet Aksoy selbst, mehr als 200 Künstler in Kars angekündigt, um gegen das Vorhaben zu protestieren. In den Augen des Künstlers ist die Anordnung Erdogans ein Versuch Stimmen zu fangen. „Am 23. April wird die Statue abgerissen. Falls das passieren sollte, dann unterscheiden wir uns in keinster Weise von den Taliban“, betont Aksoy nachdrücklich. Diese hatten im März 2001 die 1400 Jahre alten Buddha-Statuen von Bamiyan sprengen lassen.

70 Prozent der Einwohner Kars‘ sind gegen den Abriss.

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