Türkischer Botschafter: Obamas Tribut an die Armenier unrechtmäßig

Der türkische Botschafter in Washington, Namik Tan, sagte über die Aussagen des US-Präsidenten Barack Obama zu den Vorfällen des Jahres 1915: "Präsident Obamas Statement ist eine rechtswidrige, verzerrte und einseitige politische Beschreibung der Geschichte. Wir bedauern dies zutiefst."

Tan sagte, das Urteil „Dritter über die Geschichte der türkisch-armenischen Beziehungen auf der Grundlage ihrer eigenen innenpolitischen Betrachtungen ist völlig inakzeptabel“.

„Solche unlauteren Äußerungen werden die Bemühungen um eine faire Erinnerung an die gemeinsame Geschichte von Türken und Armeniern weiter erschweren. Eine einseitige Auslegung der Geschichte wird weder einem Kompromiss noch dem Frieden zwischen den Parteien dienlich sein. Stattdessen sollten die USA den Dialog und die Normalisierung der Beziehungen zwischen der Türkei und Armenien fördern. Die USA sollten das nicht mit einseitigen und politisch motivierten Aussagen verhindern“, fügte er hinzu.

US-Präsident Obama bezeichnete die Vorfälle von damals in einer Erklärung zum Jahr 1915 am 23. April als „große Tragödie“.

In seiner Botschaft benutzt Obama die armenische Bezeichnung „Meds Yeghern“, was in türkischer Sprache „große Tragödie“ bedeutet, um die Vorfälle von 1915 zu beschreiben, ähnlich hatte er das bereits im vergangenen Jahr getan.

Obama bezeichnet den Völkermord von 1915 nicht als Genozid

In Erinnerungen derer, die damals getötet wurden, sagte Obama, „eine vollständige, offene Anerkennung der Fakten ist in unser aller Interesse. Eine umstrittene Geschichte destabilisiert die Gegenwart und befleckt die Erinnerung jener, denen ihr Leben genommen wurde.“

Er stellte heraus, dass es von immenser Wichtigkeit sei, dass sich diese Morde nie wiederholen würden und die Bemühungen von Einzelpersonen in Armenien als auch in der Türkei um Versöhnung zu würdigen.

Obama lobte auch Anstrengungen in Armenien und in der Türkei, die einen Dialog, der ihre gemeinsame Geschichte anerkennt, fördern. Obwohl er die Greueltaten an den 1,5 Millionen Armeniern durch das osmanische Militär als eines der schlimmsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts beschrieb, wollte der US-Präsident den Völkermord von 1915 ein weiteres Mal nicht als Genozid bezeichnen, wie er es noch als Präsidentschaftskandidat getan hatte. Vielen Historiken gelten die Ereignisse als erster Genozid des 20. Jahrhunderts. Die türkische Regierung lehnt diese Bezeichnung ab.

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