Angriff auf muslimische Repräsentanten: Fanatiker geben Morddrohungen zu

Der Prozess mutmaßlicher Anstifter zum Terror geht Ende der Woche in die nächste Runde. Drei der acht Angeklagten haben die gegen sie erhobenen Vorwürfe nun weitestgehend zugegeben.

Exrtemistische Muslime hatten vor zwei Jahren muslimische Repräsentanten wie den damaligen ZMD-Vorsitzenden Ayyub Köhler, Generalsekretär Aiman Mazyek (heute ZMD-Vorsitz) sowie den DITIB-Dialogbeauftragen Bekir Albogains Visier genommen und Videos ins Internet gestellt, in denen diese scharf angegriffen wurden. Die Aktion hatte zur Folge, dass die genannten Repräsentanten aufgrund von daraufhin deutlich verstärkten Sicherheitsvorkehrungen empfindlich in ihrem Bewegungsraum eingeschränkt wurden.

Vor dem Oberlandesgericht München erklärten die Angeklagten, dass sie die Videos zu Propagandazwecken in einem Internetforum namens „Globale Islamische Medienfront“ (GIMF) eingestellt hätten.

Der als Morddrohung eingestufte Fall, bei dem muslimische Fanatiker sich gegen muslimische Repräsentanten stellten, sorgte vor vier Jahren für deutschlandweites mediales Aufsehen. Bereits 2007 erklärte der jetzige ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek in einem Interview mit „Spiegel Online“ hierzu: „Dass Extremisten Muslime in Deutschland ins Visier nehmen, passiert (…) nicht zum ersten Mal. Wir fühlen uns durch das neue Video in der Erkenntnis betätigt, dass es diesen Menschen nicht um den Islam geht, sondern nur darum, Hass und Zwietracht unter den Menschen, unter den Muslimen zu säen.“

Die heute geständigen Beschuldigten Harun A., Daniel P. und Vivian S. versuchen unterdessen ihre Taten von damals zu relativieren. Einhellig sprechen sie jetzt von Orientierungslosigkeit, von einem Halt, den ihnen ein radikaler Islam gegeben hätte. Videos und Nachrichten über Misshandlungen von Muslimen in Afghanistan und im Irak hätten dann ihr Übriges beigetragen, um sie selbst zu radikalisieren. Dementsprechend sei für sie die extremistische Richtung der geposteten Videos klar gewesen, alle drei bestreiten allerdings die genauen Inhalte gekannt zu haben.

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