Türkei baut neuen Bosporus-Kanal

Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat Details zu einem von ihm selbst als "verrücktes Projekt" bezeichneten Vorhaben bekanntgegeben. Nach Monaten der Planung stellte er die Pläne für einen Kanal vor, der zur Entlastung der vom Schiffsverkehr verstopften Bosporus-Meerenge beitragen soll.

Erdogan erläuterte die Kanal-Pläne, die die Stadt auch vor Naturkatastrophen schützen sollen, am Mittwoch in einer öffentlichen Zusammenkunft im Haliç Congress Center in İstanbul.

Der Ministerpräsident bezeichnete das Vorhaben als ein Jahrhundertprojekt. „Istanbul ist das Zentrum der Türkei. Mit ihrer Schönheit ist die Stadt nicht nur das Herz der Türkei, sondern der ganzen Welt. Alles, was wir für Istanbul tun, tun wir auch für Anatolien, Thrakien und die gesamte Menschheit. Heute sind wir hier, um die Begeisterung über ein neues Projekt für diese wunderschöne Stadt zu teilen.“

Erdogan erinnert an Schiffskatastrophe

In seiner Rede blickte Erdogan zurück und erklärte, dass er schon seit vielen Jahren mit diesem Vorhaben schwanger gegangen sei. Bereits vor seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt habe er an so etwas gedacht. Doch nicht nur ihm schwebte das vor. Eigentlich sei die Idee bereits Jahrhunderte alt. Im Zuge dessen erinnerte er auch an die schlimme Katastrophe aus dem Jahr 1979, als ein rumänischer Öltanker an der südlichen Einfahrt des Bosporus explodierte. Die „M/T Independenta“ brannte über Wochen und verursachte verheerende Luft- und Meeresverschmutzungen.

Kanal-Eröffnung für das Jahr 2023 geplant

Nun stellt der Premier klar: Die Türkei kann das stemmen. Und zu ihrem 100. Geburtstag im Jahr 2023, dem angestrebten Eröffnungszeitpunkt, habe sich das Land diesen Kanal allemal verdient. Bereits nach den Wahlen im Juni soll es nun mit den Vorstudien zu dem Mammut-Projekt losgehen. Diese Phase soll in etwa zwei Jahre dauern. Die Wasserstraße, zu deren Kosten Erdogan keine Angaben machen wollte, soll 150 Meter breit und 25 Meter tief werden und auf der europäischen Seite der Zwölf-Millionen-Metropole verlaufen. Die Verbindung zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmara-Meer soll in der Lage sein, die größten Schiffe der Welt aufzunehmen. Neben der Entlastung des Schiffsverkehrs in der Bosporus-Meerenge steht für Erdogan vor allem der Umweltschutz im Vordergrund.

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