Syrien: Assads Macht beginnt zu bröckeln

In Syrien hat das regierende Regime der Assad-Dynastie einen herben Rückschlag erlitten. 230 Politiker der allmächtigen Baath-Partei haben auf Grund der gewaltsamen Niederschlagung der seit sechs Wochen andauernden Proteste ihren kollektiven Rücktritt eingereicht.

200 Politiker meldeten sich aus der Protesthochburg Deraa zu Wort. Dort befindet sich das Zentrum der Unruhen in deren Verlauf bereits 450 Menschen getötet wurden.

In der offiziellen Erklärung der ehemaligen Parteimitglieder heißt es nun: „Angesichts der negativen Haltung der Parteiführung zu den Ereignissen in Syrien und Daraa und nachdem von den Sicherheitskräften Hunderte getötet und Tausende verletzt wurden, reichen wir geschlossen unseren Rücktritt ein.“

Rücktrittswelle startete in der Küstenstadt Bania

Dem Vorgehen gingen 30 weitere Parteimitglieder voraus. Sie kritisierten in einem Schreiben das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte von Baschar al-Assad gegen unbewaffnete Einwohner der Küstenstadt Bania und kehrten der Partei, die das Land bereits seit 1963 regiert, den Rücken zu.

Auch in der vergangenen Nacht waren erneut Schüsse über der Stadt zu hören, in die Assad erst zu Anfang der Woche Panzer und Truppen entsandt hatte. Mittlerweile, so berichten Augenzeugen, sei die Stadt komplett abgeriegelt. Niemand dürfe sein Zuhause verlassen. Ohnehin würden sich die Menschen aus Angst erschossen zu werden kaum auf den Straßen bewegen. Für Freitag angekündigte Protestkundgebungen wurden abgesagt. Die Kommunikation mit der Stadt wurde unterdessen völlig abgeschnitten.

Aktuell, so berichtet Al Jazeera, gäbe es Gerüchte, wonach einige Soldaten „die Seiten wechseln“ würden:

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