EHEC-Erreger: Möglicherweise auch Auberginen bedenklich

Nachdem zunächst Gurken, Tomaten und Blattsalat als risikoreiche Lebensmittel eingestuft wurden, gelten jetzt auch Auberginen als mögliche Überträger des Darmbakteriums EHEC. Die Deutsche Bundesärztekammer warnt unterdessen vor einer Panikmache.

Bereits elf Todesopfer durch EHEC-Darminfektion

Zuletzt war die Zahl der durch die EHEC-Darminfektion verursachten Todesfälle auf elf gestiegen. Stammten bislang alle Opfer aus Norddeutschland, so starb am Sonntag erstmals auch eine 91-jährige Frau im Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen an den Folgen der gefährlichen Durchfallinfektion. Die Zahl der deutschlandweit registrierten Fälle von EHEC-Infektion stieg am Wochenende auf 1000 Fälle, 329 davon bestätigt.

Einfache Hygiene-Regeln schützen vor EHEC-Infektion

Dennoch sieht die Deutsche Bundesärztekammer keinen Grund zur Panik: Durch das Befolgen einfacher Regeln könne sich jeder vor einer Infektion schützen. Es wird zu regelmäßigem Händewaschen, dem Verzicht auf rohe Gurken, ungekochte Tomaten, rohe Milch, Auberginen und Salat geraten, des Weiteren sollte nur durchgegartes Fleisch gegessen werden (das heißt zehn Minuten bei mindestens 70 Grad gekocht). Verderbliche Lebensmittel sollten darüber hinaus unbedingt im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und zehn Tagen. Häufig tritt binnen drei bis vier Tagen eine Magen-Darm-Grippe auf. Im schlimmsten Fall kann sich die  zu einer schweren Darmentzündung und zum hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) ausweiten. Eine Infektion mit EHEC kann allerdings auch ohne diese Krankheiten verlaufen. Bis das Bakterium ausgeschieden ist, dauert es in der Regel fünf bis zwanzig Tage. Bei Kindern kann es aber durchaus auch Monate dauern. In diesem gesamten Zeitraum herrscht Übertragungsgefahr auf andere Menschen.

Antikörper-Therapie schlägt offensichtlich an

Bei Verdacht einer EHEC-Infektion sollte umgehend der Arzt aufgesucht werden. Die Einnahme von Antibiotika gilt als nicht sinnvoll. Die neue EHEC-Therapie mit Antikörpern scheint sich, nach Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) jedoch als erfolgreich zu erweisen. Der Wirkstoff Eculizumab half bereits 2010 drei schwersterkrankten Kindern.

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