EHEC: „Eine Entwarnung kann noch nicht gegeben werden“

Die niedersächsische Integrations- und Gesundheitsministerin Aygül Özkan hofft in Bezug auf die EHEC-Infektionen, "dass der Gipfel der Erkrankungswelle überschritten ist". Auswirkungen auf den Tourismus in Deutschland sieht sie nicht.

Deutsch Türkische Nachrichten: Wie schätzen Sie die aktuelle Lage bezüglich des EHEC-Erregers ein? Ist das Schlimmste überstanden, oder wird es so verheerend weitergehen?

Aygül Özkan*: Nach wie vor handelt es sich um ein dynamisches Geschehen. Eine Entwarnung kann noch nicht gegeben werden, da täglich neue Fälle auftreten. Bislang sind bundesweit die meisten EHEC-Fälle am 23.5. berichtet worden, so dass die Hoffnung besteht, dass der Gipfel der Erkrankungswelle überschritten ist.

Wie schätzen Sie die Erfolgschancen des Antikörpers Eculizumab nach der Pressekonferenz ein?

Es ist sehr erfreulich, dass Erfolge in der Therapie zu verzeichnen sind. Da es sich um ein neues Medikament handelt, müssen für eine Einschätzung die wissenschaftlichen Ergebnisse abgewartet werden.

Aygül Özkan: „Es ist nicht davon auszugehen, dass Deutschland als Urlaubsland gemieden wird.“

Einige Urlauber aus dem europäischen Umland haben sich in Deutschland angesteckt. Denken Sie, Deutschland wird nun als Urlaubsland gemieden?

Wir haben die Bevölkerung stets offen und transparent informiert. Alle beteiligten Behörden arbeiten daran, die Quelle zu finden und nötigenfalls zu beseitigen. Dies schafft Vertrauen. Daher ist nicht davon auszugehen, dass Deutschland als Urlaubsland gemieden wird.

Wie sollten sich die Deutschen im Ausland schützen und was kann man tun, um nicht selbst den EHEC-Erreger ins Ausland zu tragen?

Erkrankte sollten nicht verreisen. Gegen eine Ansteckung sind im Ausland die gleichen Hygieneregeln zu beachten wie in Deutschland. Außerdem sollte auf rohe Produkte tierischer Herkunft verzichtet werden.

*Aygül Özkan nahm an der gestrigen Pressekonferenz der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zur aktuellen Lage des EHEC-Erregers in Deutschland teil. Die MHH hatte eine Behandlung von EHEC-Patienten mit dem sogenannten hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) durch einen Antikörper namens Eculizumab angekündigt. Im Anschluss an die Pressekonferenz teilte Frau Özkan den Deutsch Türkischen Nachrichten mit, wie sie die Situation einschätzt.

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