Christen rügen Merkel: Tötung bin Ladens kein Grund zum Feiern

Die Grünen-Politikerin und Präses der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands, Katrin Göring-Eckardt, hat Kritik an der Reaktion von Bundeskanzlerin Angela Merkel geübt. Als Christin könne sie nur sagen, dass es kein Grund zum Feiern sei, wenn jemand gezielt getötet werde. Ihr schlossen sich weitere Christen an.

Die Bundestagsvizepräsidentin fand gegenüber der Berliner Zeitung mahnende Worte: „Man kann sich darüber freuen, dass Osama bin Laden nicht mehr als Anführer der Terroristen tätig sein kann. Aber über seinen Tod kann man sich nicht freuen.“ Das Vorgehen sei einem Rechtsstaat nicht angemessen gewesen. Sie hätte es lieber gesehen, wenn bin Laden festgenommen und im Anschluss einem ordentlichen Verfahren zugeführt worden wäre.

Erleichterung, aber keine Freude

Unbehagen ernte die Kanzlerin auch aus dem Arbeitskreis Engagierter Katholiken in der CDU (AEK). Für deren Mitglieder ist der Tod des Terrorfürsten kein Grund zum Jubeln. Sprecher Martin Lohmann erklärte, dass er zwar froh sei, dass dieser „böse Mensch“ nicht mehr da sei und sich freue, wenn dadurch die Welt sicherer werde. Freude über die Tötung eines Menschen könne er allerdings nicht empfinden. „Das Lebensrecht ist unteilbar und gilt für alle Menschen.“

In eine ähnliche Richtung äußerte sich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Dörflinger. „Ich fühle Erleichterung, dass Osama kein Unheil mehr anrichten kann. Freude nicht unbedingt“, so das Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

Hier die Pressekonferenz der Kanzlerin zum Tod Osama bin Ladens:

http://www.youtube.com/watch?v=cuCXwuPE0EQ

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