Das hässliche Gesicht Europas: Nato lässt Flüchtlinge verdursten

Trotz verzweifelter Hilfszeichen sind auf offener See 61 libysche Flüchtlinge verhungert oder verdurstet. Einem Zeitungsbericht zufolge sollen Nato-Soldaten das Boot schlicht ignoriert haben.

Der britische „Guardian“ berichtet von einer Katastrophe auf dem Mittelmeer: Auf einem kleinen Boot sollen 61 Flüchtlinge gestorben sein, die von Tripoli aus versucht hatten, die italienische Insel Lampedusa zu erreichen. Nur neun der Insassen überlebte die tagelange Odyssee.

Schon nach einigen Tagen soll ein Nato-Hubschrauber über dem Boot aufgetaucht sein. Er soll den Insassen signalisiert haben, dass das Boot den Kurs halten solle und dann werde Hilfe geschickt. Danach warf er einige Wasserflaschen und Kekse ab und verschwand. Weitere Hilfe kam nicht.

Wenige Tage später soll das Boot in Richtung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle abgetrieben sein. Daraufhin seien zwei Jets aufgestiegen. Die Überlebenden berichteten, dass sie hungernde Kinder hochgehalten hätten – die Nato zeigte jedoch keine Reaktion.

Von Libyen nach Lampedusa: Reise in den Tod

Schließlich wurde das Boot wieder angetrieben. Der Kapitän hatte in einer fatalen Fehleinschätzung geglaubt, er werde Lampedua erreichen können, obwohl das Benzin bereits auf offener See knapp geworden war. Schließlich kam das Boot vom Kurs ab, und die Tragödie nahm ihren Lauf.

Die Überlebenden erzählten, sie hätten das Wasser, welches sie vom Hubschrauber bekommen hätten, den Babys gegeben – die Eltern der Kinder waren unter jenen, die bei der Tragödie ums Leben kamen.

Die Nato wies alle Vorwürfe zurück, sie habe Menschen im Stich gelassen. Unterdessen forderten erste Politiker eine genaue Untersuchung und gegebenenfalls die Bestrafung der Schuldigen, sollte sich die Geschichte als zutreffend herausstellen.

Hier der komplette Bericht des Guardian.

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